Ursula Pidun / 5. Juli 2012 / 7 Kommentare


Vorläufig suspendiert – Interview mit Prof. Dr. Franz Hörmann

Prof. Dr. Franz Hörmann macht eigentlich durch Kritik am bestehenden Geldsystem von sich reden. Im Frühjahr 2012 kamen neue Schlagzeilen hinzu. Hörmann soll fragwürdige Äußerungen zum Holocaust getätigt haben und wurde mit sofortiger Wirkung vorläufig vom Dienst an der Wirtschaftsuniversität Wien suspendiert.

Prof. Franz Hörmann, machte in der Vergangenheit mit kritischen Ausführungen zum bestehenden Geldsystem von sich reden. Der Experte für Finanz- und Wirtschaftsfragen verblüffte durch Äußerungen, es gebe ein „systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird“. Im Frühjahr 2012 kamen neue Schlagzeilen hinzu.

Hörmann, der bis dato als habilitierter Betriebswirt zugleich pragmatisierter Bundesbeamter an der Wirtschaftsuniversität in Wien (WU) war, wurde Anfang des Jahres vorläufig suspendiert. Außerdem ermittelte die Staatsanwaltschaft aufgrund einer Anzeige der Universität. Hörmann wurde vorgeworfen, sich in einem bisher nicht veröffentlichten Interview für die eine Unizeitung relativierend zum Holocaust und der Existenz von Gaskammern geäußert zu haben. Außerdem wurde gegen ihn wegen des Verdachts des Verstoßes nach Paragraph 3h Verbotsgesetz ermittelt, das sich auf die Leugnung der Nazi-Verbrechen bezieht. Das Verfahren wurde inzwischen eingestellt. Wir haben nachgefragt. Im Gespräch mit Prof. Dr. Franz Hörmann.

Foto: F. Hörmann

Foto: F. Hörmann

Prof. Hörmann, seit Anfang des Jahres gibt es mächtige Turbulenzen rund um Ihre Person, die sich nicht mehr um das Geldsystem drehen, dafür aber ungeheuerlicher Natur sind. Was ist passiert?

Im Rahmen eines Interviews zum Thema „Geldsystem und Wirtschaftskrise“ stellte, völlig zusammenhanglos, einer der drei Studierenden die „Holocaustfrage“: „Wie ist Ihre Meinung zu Gaskammern?“ Da es überhaupt keinen inhaltlichen Zusammenhang zum vorhergehenden Gespräch sehr wohl aber verleumderische Gerüchte im Zusammenhang mit der von mir mitbegründeten ideologiefreien Bürgerplattform „Human Way“ gab, war mir sofort klar, dass es sich um den Versuch einer Intrige handelte. Ich erklärte daher, dass ich zu diesem Thema keine persönliche Meinung besäße, da ich mir eine Meinung nur zu Themen bilde, die mich inhaltlich interessieren und womit ich mich auch gerne beschäftige. Der Massenmord an Menschen, egal mit welcher Methode und unter welchem Regime, fällt jedoch nicht in mein Interessensgebiet.

Initialzündung der Turbulenzen war somit das Interview mit drei Redakteuren der Unizeitung „Standpunkte“?

Dies ist korrekt. Zwei junge Damen und ein junger Herr begannen ein sachliches Interview zum Thema „Geldsystem und Wirtschaftskrise“, in dessen Verlauf dann übergangslos mehrfach die „Holocaustfrage“ gestellt wurde. Nachdem ich erklärte, dass ich zu geisteskrankem Massenmord keine „Meinung“ besäße und weder Zeitzeuge noch Historiker sei, wurde nachgefragt, was ich darüber „wisse“. Sofort war mir klar, dass die Studierenden (der Volkswirtschaftslehre) keine Ahnung davon besaßen, dass es unterschiedliche Wissensbegriffe gibt.

Ich unterrichte an der Universität Linz jedoch Wissensmanagement und der Unterschied zwischen „Meinung“, „Vorurteil“ und unterschiedlichen Wissensbegriffen ist dort elementar und grundlegend. Daher erklärte ich, dass ein Wirtschaftswissenschaftler nicht empirisch arbeitet, zum Unterschied von einem Historiker, daher diese Fragen in den Wissensbereich der Historiker fallen und nicht eines Wirtschaftswissenschaftlers. Schließlich wurde noch eine dritte Frage gestellt, nämlich: „Gab es Gaskammern?“ Hierauf erklärte ich, dass die heutige Bezeichnung von Gebäuden bzw. Gebäuderesten nichts damit zu tun hat, was damals dort tatsächlich geschah oder auch nicht.

Wirkliche Holocaustleugner würden diese Frage jederzeit bejahen, dann jedoch abstreiten, dass diese Kammern zur Tötung verwendet wurden bzw. behaupten, dies hätte technisch überhaupt nicht funktioniert. In diesem Kontext verwies ich auf entsprechende in Österreich stattgefundene Prozesse und die Aussagen der jeweiligen Angeklagten. Zu diesen Verfahren müssten heute noch Unterlagen auffindbar sein, auf diese habe ich die Studierenden dann auch verwiesen. In der Interview-Mitschrift wurden dann einige dieser Zitate (z.B. auch die Aussage „diese Untersuchungen seien noch niemals ideologiefrei untersucht worden“) mir in den Mund gelegt.

Um welche Unizeitung handelt es sich und warum wurde das Interview bisher nicht veröffentlicht?

Diese Zeitschrift war mir davor kaum bekannt, die Mitschrift des Interviews wurde mir niemals zur Autorisierung vorgelegt. Da mir darin einige Zitate von Holocaust-Leugnern in den Mund gelegt wurden, hätte ich dieser verzerrten Darstellung auch niemals zugestimmt. Das Interview wurde auch niemals publiziert, jedoch zehn Wochen danach erschienen einige Sätze daraus in der Tageszeitung „Der Standard“. Meine Aufforderung zur Veröffentlichung einer Gegendarstellung gemäß Mediengesetz wurde schlichtweg ignoriert und ist zurzeit Gegenstand eines laufenden Verfahrens. Interessant wäre, wie diese Zeitung an dieses weder autorisierte noch publizierte Interview kam und ob es sich bei der Publikation nicht autorisierter Quellen um eine „Standardmethode“ der Journalisten handelt.

Das heißt, „der Standard“ hat keine Rückfragen bei Ihnen persönlich zum Sachverhalt gestellt?

Es erfolgten weder Rückfragen noch auch überhaupt eine Information. Ich wurde daher von der Veröffentlichung völlig überrascht. Es hat mich auch ehrlich erstaunt, dass mir seitens der Studentenzeitung die Mitschrift des Interviews niemals zur Autorisierung vorgelegt wurde, wie es sonst stets üblich ist, wenn ich solche Interviews gebe. Zunächst nahm ich an, dass die Veröffentlichung vielleicht auf eine spätere Nummer verschoben werden sollte, nach der Publikation der entstellten Sätze im „Standard“ war mir aber klar, dass ein Erscheinen in der Studentenzeitung offensichtlich von Anfang an nicht das wirkliche Ziel dieser Aktion war.

Die Wirtschaftsuniversität Wien teilte auf Anfrage mit, dass Ihre vorläufige Suspendierung, die „nach einem umfassenden Erhebungsverfahren, in dem Zeugen und auch Hr. Hörmann selbst ausführlich befragt wurden“, erfolgte. Warum konnten Sie im persönlichen Gespräch die Vorwürfe nicht restlos ausräumen?

Ich habe die Situation so wie hier umfassend geschildert und aufgeklärt. Ich verließ dieses Gespräch in der festen Überzeugung, die Sache damit „aus der Welt geschafft“ zu haben. Die Suspendierung traf mich daher wie ein Blitz. Sie ist meiner Meinung nach grundlos und willkürlich und hängt damit zusammen, dass ich in meinen Publikationen und öffentlichen Auftritten immer wieder die Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, die ja von sich selbst behaupten „normative Wissenschaften“ zu sein, als Pseudowissenschaften bezeichnet habe. Die Vorgabe von Regeln durch eine kleine Gruppe von Menschen für den Rest der Gesellschaft stellt für mich eben keine Aufgabe der Wissenschaft dar, sondern ist ein verstecktes Herrschaftsinstrument.

Die Vorwürfe wiegen schwer. Es soll demnach Äußerungen von Ihnen gegeben haben, die Frage des Genozids zur Zeit des Nationalsozialismus sei „nicht endgültig geklärt, da es keine objektive und ideologiefreie Diskussion über diese Frage gab“. Angeblich haben Sie auch geäußert, Sie hätten „keine Meinung zu Gaskammern.“ Wurden Sie korrekt zitiert?

Nein. Korrekt ist, wie gesagt, dass ich keine „Meinung“ zu Gaskammern besitze. Als Meinung definiere ich nämlich eine Überzeugung über Themen, die mich inhaltlich interessieren und mit welchen ich mich daher gerne und kompetent beschäftige. Der Massenmord an Menschen, egal mit welcher Methode und unter welchem Regime, widert mich an und interessiert mich nicht. Darüber hinaus fällt dies auch nicht in meine Kompetenz, ich bin weder Historiker noch Zeitzeuge. Der Satz „der Genozid sei nicht endgültig geklärt“ entstammt einem Zitat eines Holocaust-Leugners und wurde mir, vorsätzlich oder irrtümlich, in den Mund gelegt. Irritiert hat mich am Ende des Interviews, dass, als der Studierende mich in eine technische Diskussion über Gaskammern verstricken wollte, die ich mangels Kompetenz verweigerte, er von einer seiner Kolleginnen mit den Worten: „Jetzt hör‘ schon auf, wir haben ja schon, was wir brauchen!“ unterbrochen wurde.

Was genau meinen Sie damit, wenn Sie sagen, dass Sie sich für Massenmorde der Menschheitsgeschichte nicht interessieren? Sie zählen als Hochschulprofessor zur Bildungselite. Interesse (wissenschaftlich, empathisch, beurteilend etc.) wird zu solchen Themen ganz selbstverständlich vorausgesetzt. Oder definieren wir ggf. auch den Begriff „Interesse“ unterschiedlich?

Selbstverständlich sind mir die Ereignisse der damaligen Zeit bekannt, immerhin trage ich im Rahmen der Lehrveranstaltungen zum Wissensmanagement auch Viktor Frankl, Ludwik Fleck und Erich Fromm vor und kenne ihre diesbezüglichen Berichte. Solche Ereignisse sind schrecklich und für Individuen wie Personengruppen traumatisierend. Die Darstellungen traumatisierter Personen sind aber selbstverständlich von anderen, noch dazu in späteren Generationen, nicht wirklich in ihrer Schwere und vollen Bedeutung nachvollziehbar. Abgesehen davon ekele ich mich tatsächlich vor Gewalt an Menschen, daher habe ich mir auch nie den Film „Killing Fields“ oder die Wanderausstellung plastifizierter Leichen angesehen, beides wurde mir im Freundeskreis wärmstens empfohlen.

Ich lehne Gewalt in jeder Form und unabhängig von politischer Ideologie ab und ekele mich davor. Genau das meine ich damit, wenn ich sage, dass ich mich dafür nicht interessiere. Aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich aber dennoch lediglich um indirekte Kenntnisse und nicht um originäres Wissen, da ich ja, wie bereits erwähnt, weder Historiker noch Zeitzeuge bin. Großes Interesse hege ich hingegen für die Vermeidung von Gewalt, so stellt z.B. die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg ebenfalls einen fixen Bestandteil in meinen Lehrveranstaltungen zum Wissensmanagement dar.

Die Frage des Genozids ist geklärt. Unzählige Beweise, Zeitzeugen, Opfer, wissenschaftliche Belege, Filmaufnahmen, Justizrecherchen- und Urteile sowie Schuldeingeständnisse und vieles mehr stellen dies unverrückbar unter Beweis. Soweit ich Sie richtig verstehe, definieren Sie „Wissen“ allerdings anders, nämlich im Sinne eines „konstruktivistischen Wissensbegriffs“?

Der Wissensbegriff, den ich im Rahmen meiner wirtschaftswissenschaftlichen Forschungen verwende, ist ein konstruktivistisch/originärer. Dies bedeutet, dass darunter nur Inhalte fallen, die aus fachlich kompetenter Recherche bzw. eigenem Erleben stammen. Da ich aber weder Historiker noch Zeitzeuge bin, kann ich im Rahmen dieses Wissensbegriffes zur Frage des Holocaust auch keine Aussagen machen. Wie ich u.a. auch in einer Nachrichtensendung erklärt habe, widerspreche ich aber auch weder den Historikern noch den Zeitzeugen. Wenn ich ihren Aussagen vertraue, dann handelt es sich aber um meine Überzeugung, meinen Glauben bzw. einen anderen, populären Wissensbegriff. Dass man aus der bloßen Existenz unterschiedlicher Wissensbegriffe in diesem Kontext eine Anklage konstruiert hat, stößt z.B. in der Community des Wissensmanagements flächendeckend auf Unverständnis.

Der Holocaust ist kein zulässiges Beispiel für erkenntnistheoretische Diskussionen.

Der Holocaust ist zunächst kein Thema im Rahmen eines Interviews zu „Geldsystem und Wirtschaftskrise“. Wir müssen uns doch fragen, wie die drei jungen Leute überhaupt auf die Idee kamen, völlig ansatzlos diese absurden Fragen zu stellen. Für mich ist es sonnenklar, dass es sich um eine Intrige gegen einen kompetenten Kritiker des Geldsystems und der Wirtschaftswissenschaften handelt, der mit seiner Kritik leider den Kern des Problems getroffen hat und dies auch in allgemeinverständlicher Sprache darlegen kann.

Sie weichen meiner Aussage zu erkenntnistheoretischen Diskussionen in Hinblick auf den Holocaust bewusst aus?

Keinesfalls. Die schrecklichen Erfahrungen traumatisierter Personen bzw. Generationen sind für mich aber kein Instrument seine platte „political correctness“ zu demonstrieren, indem man sich z.B. über die, gerade in den Wirtschaftswissenschaften extrem wichtigen, Unterschiede zwischen „Meinung“, „Vorurteil“ und unterschiedlichen Wissensarten hinwegsetzt. Hätte ich in der Situation einfach gelogen und eine (die politisch gewünschte) „Meinung“ geheuchelt oder, wissenschaftlich im Kontext der Wirtschaftswissenschaften unangebracht, von „Wissen“ gesprochen, dann hätten diese drei Studierenden, aber auch alle Menschen, die später durch die Medien davon erfuhren, niemals erkennen können, dass diese Begriffe, nicht nur in diesem sondern auch in vielen anderen Zusammenhängen, in den Wirtschaftswissenschaften bewusst zur Täuschung der Öffentlichkeit missbraucht werden.

„Wissen“ ist in diesem Kontext nämlich immer nur eine Konstruktion von kleinen Machtgruppen, die der restlichen Bevölkerung aufgrund dieser Macht vorgegeben wird. Nur der persönliche Glaube ist hingegen frei und besitzt daher, im Vergleich zum Wissen, auch weit höhere Bedeutung. Meine Rolle als Universitätslehrer bzw. als öffentlich Bediensteter erforderte daher von mir dieses politisch unangepasste und für mich persönlich riskante Verhalten.

Es wird Ihnen unter anderem vorgeworfen, Gründer und Vorsitzender einer Partei zu sein, die Beobachtern suspekt erscheint. Welchen Herausforderungen stellt sich die Partei, sodass sie eine derartige Kritik einfährt?

Bei „Human Way“ handelt es sich um eine ideologiefreie Bürgerplattform. Wir versuchen dort durch Kooperation Sachprobleme der Gesellschaft zu lösen, wobei Ideologie, Religion, ethnische oder soziale Herkunft etc. im Privatbereich verbleiben, dort auch toleriert und respektiert werden, jedoch im Rahmen der sachlichen Problemlösungen nicht thematisiert werden. Der Umstand, dass wir in der Lage sind, mit allen friedliebenden Menschen, egal aus welchem politischen Lager sie stammen oder welcher religiösen Gesinnung sie angehören, erfolgreich zu kooperieren alarmiert die offizielle Politik, denn damit wird die vorsätzliche Spaltung der Bevölkerung erfolgreich überwunden.

Es gibt zudem Vorwürfe, Sie würden in dieser Partei praktisch jeden und jede Meinung tolerieren, eben auch Randpositionen und ggf. sogar Stimmen, die rechtslastige Inhalte verbreiten?

Im Rahmen unserer ideologiefreien Bürgerplattform werden natürlich keine ideologischen Inhalte verbreitet, das wäre ja ein Widerspruch in sich. Es ist korrekt, dass Menschen mit „rechter“ ebenso wie solche mit „linker“ Gesinnung bei uns Mitglieder sind und erfolgreich zusammenarbeiten. Dazu bedarf es einer bestimmten Geisteshaltung und auch eines entsprechenden Trainings. In etlichen österreichischen Gemeinden wird aber der fraktionsübergreifende Konsens im Gemeinderat schon seit Jahren erfolgreich praktiziert, was die etablierten Parteien natürlich sehr stört, da man daran sehr schön erkennen kann, dass zur Lösung von Sachproblemen nur das offene Gespräch zwischen Betroffenen und Fachleuten erforderlich ist, „politische Meinungen“ bzw. Ideologien sind dabei zumeist nur Störfaktoren.

Die Frage ist sicher auch, wie weit diese „Toleranz“ geht und in wieweit auch extreme Links- oder Rechtsaußenpositionen toleriert und respektiert werden.

In einer liebevollen, humanen Gesellschaft ist radikale Toleranz gefordert. Ich zitiere hier den Klassiker „Die Liebe – Psychologie eines Phänomens“ des Psychologen Peter Lauster: „Liebe ist Getrenntheit ohne Angst vor dem anderen, es entsteht eine Gemeinsamkeit, die über Ideologien steht und den anderen nicht verändern will, sondern ihn respektiert, auch wenn er Ideologien äußert und man selbst andere Ideologien vertritt oder frei von jeder Ideologie ist.“ (S 117)

Es macht eben einen Unterschied, ob wir diskutieren oder handeln. In Gedanken und Gesprächen sollte eben wirklich jeder Standpunkt toleriert – ihm aber durchaus im Gespräch auch widersprochen – werden. Oder nehmen wir das Zitat von Voltaire: „Ich mag verdammen was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Schließlich entspricht dieser Standpunkt der völligen geistigen Toleranz und des offenen, respektvollen Gesprächs auch dem Ideal der offenen Gesellschaft von Sir Karl Popper.

Aber alle diese sinnvollen Ansätze sind in der heutigen Gesinnungsdiktatur der „political correctness“ leider in Vergessenheit geraten, denn wo die tolerante, offene Kommunikation endet, dort wuchert im Verborgenen bereits die Gewalt. Die Idee eines auf Gewalt gestützten Regimes ist aus humaner Sicht nämlich völlig absurd und in einer offenen Diskussion so eindeutig widerlegbar, dass nie wieder ein Despot mit so einem Ansatz die Bevölkerung verführen könnte. Ich frage mich, was wohl die Gründe sind, weshalb dies nicht geschieht, sondern diese krankhaften Ideologien gesetzlich tabuisiert und damit vor der öffentlichen Demaskierung und Widerlegung geschützt werden.

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7 Kommentare zu "Vorläufig suspendiert – Interview mit Prof. Dr. Franz Hörmann"

  1. Heinz Buchholz 29. Juli 2014 at 20:08

    Dieses Gespräch sollte wegen seiner sicheren Aussage und folgerichtigen Denkungsart weite Verbreitung finden. – Und noch mehr die Arbeit dieses Mannes.

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  2. Guido Schädel 1. August 2014 at 11:18

    Ich bewundere solche Menschen wie Sie. Leider gibt es viel zu wenige. Ich bin zwar kein Professor, aber Zurückhaltung gibt es bei mir auch nicht. Es ist erschreckend, wie man in der Öffentlichkeit angelogen wird und gleichzeitig im Fernsehen immer wieder schöne Sommermärchen erzählt werden.
    Ich wünsche Ihnen ganz viel Stärke, dass Sie so weiterhin ihren Mann stehen.
    In diesem Sinne sage ich, „Hut ab vor solchen Menschen“

    Ganz viele Grüße

    G. Schädel

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  3. Bastian Barucker 3. August 2014 at 14:02

    Hallo und vielen Dank für das Interview. Ich habe auch das Interview mit Herrn Jebsen gesehen und fand es sehr bereichernd. Die Suspendierung, wie sie hier geschildert wird, klingt sehr fadenscheinig. Alles Gute und Danke

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  4. Horst Schaller 15. August 2014 at 23:28

    Bin völlig geplättet, dass Prof. Hörmann an der Uni Wien suspendiert ist. Halte ihn für einen wesentlichen Vertreter derjenigen, die das derzeitige Geldsystem nicht nur analysieren sondern nach künftige Lösungswege suchen. Damit wird er sicher gefährlich für die Spielkasino-Geldspieler.
    Was mich wundert ist, dass er so unversehens bei einer fachlichen Geldfragen-Diskussion in eine Holocaust-Leugner-Falle tappte.
    Sich in eine dogmatische Wissensdiskussion einzulassen, um dabei herzuleiten, dass der als Wissen verkaufte political correctness – Glaube – statt echtes Wissen – auch zum System der Verblödung der Öffentlichkeit in Geldfragen führt, ist doch etwas gewagt für eine Überzeugung einer breiten Mehrheit.
    Ich wünsche ihm, dass die über ihn urteilenden Juristen sich etwas näher mit seinen wissenstheoretischen Ansätzen auseinandersetzen, als er dieser und meiner Zunft wohl zutraut.

    Felix Martin-s Geld – Analyse hat mich an ihn wieder zurückgeführt; er gehört in den Lehr – und Forschungsbetrib zurück.

    PS: Seine Aussagen zu Ufos und Außerirdischen (http://vimeo.com/49544475) scheint mir auch stärker auf Glauben an Zeugenaussagen und intuitiven – also stark glaubensgeprägtem Wissen zu beruhen als auf konstruktiv-naturwissenschaftlich hergeleiteter Erkenntnis.

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  5. Gabriele Wahl 24. Mai 2015 at 12:26

    Auf der Suche nach friedlichem gesellschaftlichen Wandel bin ich auf dieses Interview aufmerksam geworden. Ich habe große Hochachtung vor Menschen mit Zivilcourage und damit vor Prof. Hörmann! Eine Meinungsdiktatur durch den Mainstream verhindert geradezu die Entwicklung von Alternativen zu den gegenwärtigen skandalösen Zuständen weltweit. Wie kommt es z.B., dass die gern als vorbildliche Demokratie dargestellten USA in mehr Kriege verwickelt sind und den Tod von mehr Menschen zu verantworten haben als die Vertreter der sogenannten ‚Achse des Bösen‘? Wir leben bereits in einer Diktatur, Wirtschaftsdiktatur der Großkonzerne, Finanzdiktatur der Großbanken, Meinungsdiktatur der großen Medienkonzerne und wollen es nicht wahrhaben. Was nützt uns noch unser Wahlrecht?

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  6. Pingback: Vorläufig suspendiert – Interview mit Prof. Dr. Franz Hörmann | wisnet

  7. Heinz Buchholz 30. Juli 2016 at 14:42

    Wir leben in einem Zeitabschnitt, in dem eine Suspendierung zu einer Auszeichnung wird. Ich gratulieren und ich wünsche mir mehr „Übereinstimmung von Vorstellung und Wirklichkeit“ in der Gesellschaft.

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