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Wirtschaft

Auftragseingang enttäuscht erneut

Der deutsche Industrie-Auftragseingang ist im Mai erneut gesunken. Damit befindet er sich seit Oktober 2012 in einem latenten Abwärtstrend. Die anstehenden Produktionsdaten werden daher wohl zur Schwäche neigen. Aufgrund des guten Aprils dürfte die Industrie das BIP im zweiten Quartal aber dennoch spürbar angeschoben haben. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie ist im Mai um 1,3% gegenüber April gesunken. Die Inlandsaufträge nahmen um 2,0% und die Auslandsaufträge um 0,7% ab. Der Auftragsrückgang folgt auf zwei Monate, in denen die Aufträge zunächst um 2,4% gestiegen und anschließend um 2,2% gefallen waren.

Verhaltene Entwicklung

Seit ihrem letzten Hoch im Oktober 2012 hat sich die Auftragslage abwärts entwickelt, das damalige Indexniveau wird um 2,2% unterschritten. Der Verlauf ist nach dem Muster "ein Schritt vor, eineinhalb Schritte zurück" erfolgt. Die verhaltene Entwicklung kommt auch in der negativen Vorjahresrate (-2,1%) zum Ausdruck; letztmalig positiv war diese Ende 2011. Der im Vorquartalsvergleich gemessene Auftragseingang dürfte im zweiten Quartal 2013 gesunken sein.

Durchbruch bleibt weiterhin aus

Ein Durchbruch bei der Auftragslage steht weiterhin aus. Wir erwarten, dass dieser auch im Juni ausgeblieben ist. Hierfür sprechen der im Juni auf moderatem Niveau nur wenig gestiegene ifo-Geschäftsklimaindex und der unterhalb der Expansionsschwelle spürbar gesunkene Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe. Nach dem fulminanten Start der Produktion ins abgelaufene Quartal dürfte diese im Mai (Ergebnis am 8. Juli) und Juni daher eher wieder den Rückwärtsgang eingelegt haben. Aufgrund des guten Ergebnisses im April wird sich im zweiten Quartal 2013 aber wohl dennoch ein Produktionsplus von bis zu 2,0% gegenüber dem Vorquartal eingestellt haben. Für sich genommen spricht dies für einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,4% im gleichen Zeitraum.

Anhaltende Nachfrageschwäche vieler EU-Staaten

Wir erwarten weiter, dass die BIP-Dynamik im zweiten Quartal 2013 zwar über dem Trend gelegen haben wird. Maßgeblich hierfür werden vor allem die Bauinvestitionen gewesen sein, die zu Jahresbeginn unter der kalten Witterung gelitten hatten. Aufgrund zahlreicher Belastungen dürfte das Wachstumstempo im zweiten Halbjahr aber wieder sinken. Diese bestehen in der anhaltenden Nachfrageschwäche vieler EWU-Staaten als Folge der schwelenden EWU-Staatsschuldenkrise und der Aussicht auf ein nur langsames Wachstum der Weltwirtschaft. Unsere BIP-Prognose für 2013 beträgt unverändert 0,3%. Hierfür bestehen Abwärtsrisiken, da der Hang der EZB zu einem höheren geldpolitischen Expansionsgrad die erwartete Erholung der Ausrüstungsinvestitionen gefährden kann.

  • Empfehlung: Interview mit Dr. Alexander Krüger:
    "Die Einteignung findet bereits statt"
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