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Wirtschaft

Mehr Auftragseingänge für die deutsche Industrie

Die deutsche Industrie hatte im März wieder mehr Auftragseingänge zu verzeichnen. Erfreulicherweise konnte ein beachtlicher Anstieg von über zwei Prozent verzeichnet werden.Führen die günstigen Wachstumsbedingungen dazu, die Auftragsschwäche bald zu überwinden? Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Die deutsche Industrie hat im März mehr Aufträge als im Februar erhalten. Mit 2,2% fiel der Anstieg deutlich aus. Aufgrund der günstigen Wachstumsbedingungen nimmt damit die Aussicht zu, dass die Auftragsschwäche bald überwunden wird. Mit Blick auf die wohl schwächere BIP-Entwicklung zu Jahresbeginn bleiben die Abwärtsrisiken für unsere BIP-Prognose von 0,9% für 2013 aber bestehen.

Dank einiger Großaufträge ist der Auftragseingang in der deutschen Industrie im März um 2,2% gegenüber Februar erneut deutlich gestiegen (Februar: 2,2%). Die Inlandsaufträge nahmen mit 1,8%, die Auslandsaufträge mit 2,7% zu. Damit steht nun fest, dass der Auftragseingang im Jahresanfangsquartal 2013 um 0,4% gegenüber dem vierten Quartal 2012 zugenommen hat (Q4 2012: 1,0%).

Vor dem Hintergrund anhaltender Negativnachrichten seitens der EWU-Staatsschuldenkrise und der kalten Witterung ist das Auftragsplus als positiv zu bewerten. Es zeigt, dass die Auftragsschwäche trotz zuletzt enttäuschender Klimaindikatoren demnächst überwunden werden kann. Die jüngsten Rückgänge des ifo-Geschäftsklimaindex und des Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sollten daher diesbezüglich nicht allzu pessimistisch stimmen. Aufgrund des anhaltenden Wachstums der Weltwirtschaft, der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und des Niedrigzinsumfeldes sind die Wachstumsbedingungen zwar weiterhin günstig.

Dennoch und trotz der heutigen Auftragszahlen meinen wir aber, dass die Rückkehr zu einem anhaltend robusten Wachstum nicht sicher ist. Dem steht weiter die Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft der Währungsunion entgegen, die mit dem Staatsanleihe-Ankaufprogramm der EZB offenbar nur schwer zu mindern ist. Dies dürfte vor allem die Fragezeichen hinter der von uns erwarteten Erholung der Ausrüstungsinvestitionen stehen lassen. Besonders mit Blick auf die ungelöste EWU-Staatsschuldenkrise wird die Konjunktur daher anfällig für Rückschläge bleiben.

Wir erwarten, dass das BIP im ersten Quartal 2013 gewachsen ist, entgegen unserer ursprünglichen Erwartung aber nur moderat. Den Rückgang von 0,6% Ende 2012 gleicht dies nicht aus. Mit Blick auf die Auftragsentwicklung besteht aber die Aussicht auf weiteres Wachstum im zweiten Quartal. Aufgrund der wohl schwächeren BIP-Entwicklung zu Jahresbeginn bestehen Abwärtsrisiken für unsere BIP-Prognose von 0,9% für 2013. Mit der Bekanntgabe des BIP-Ergebnisses für das erste Quartal 2013 am 15. Mai werden wir diese überarbeiten.

Interview mit Dr. Alexander Krüger: "Die Einteignung findet bereits statt"

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