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Wirtschaft

ifo-Geschäftsklima - Rückgang ist verschmerzbar

Mit dem März-Ergebnis ist der Aufwärtstrend des ifo-Geschäftsklimas erst einmal unterbrochen. Als Beinbruch bewerten Experten dies nicht. Der Rückgang ist gering ausgefallen, der Index liegt weiter über dem Jahresdurchschnitt. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger, Bankhaus Lampe.

Dr. Alexander Krüger

Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger: Das ifo-Geschäftsklima hat sich im März auf robustem Niveau leicht eingetrübt. Ein Beinbruch ist dies nicht. Für das laufende Quartal rechnen wir weiter mit einer Wachstumserholung. Dies setzt aber voraus, dass die Politik (und die EZB) einer neuen Verunsicherung durch die Ereignisse in Italien und Zypern rasch entgegen wirkt.

Die Stimmung der vom ifo-Institut befragten Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland hat sich im März leicht eingetrübt. Der entsprechende Geschäftsklimaindex nahm gegenüber Februar um 0,7 auf 106,7 Punkte ab. Maßgeblich für den Stimmungsrückgang waren beide Unterkomponenten des Geschäftsklimas. Der Index für die aktuelle Geschäftslage sank um 0,3 Punkte; hier gibt es nach wie vor mehr Unternehmen, die ihre Lage als "gut" denn als "schlecht" bewerten. Der Geschäftserwartungsindex nahm um 1,0 Punkte ab; dort ist das Lager der Optimisten weiterhin größer als das der Pessimisten.

Mit dem März-Ergebnis ist der Aufwärtstrend des ifo-Geschäftsklimas erst einmal unterbrochen. Als Beinbruch bewerten wir dies aber nicht. Immerhin ist der Rückgang nur gering ausgefallen, der Index liegt weiter über seinem 10-Jahresdurchschnitt. Er ist auch deutlich höher als bei seinem Tief im vergangenen Oktober; im Vorquartalsvergleich steht zudem ein ordentliches Plus zu Buche.

Wir gehen daher weiter davon aus, dass sich die insgesamt bessere Stimmungslage bereits kurzfristig in die realen Daten übersetzen wird. Hier gibt es vor allem beim Industrie-Auftragseingang und bei der Produktion im Produzierenden Gewerbe noch jede Menge Luft nach oben. Optimistisch stimmt uns hinsichtlich dieser Indikatoren auch, dass zuletzt belastende Sondereffekte entfallen werden.

Vor diesem Hintergrund rechnen wir weiterhin damit, dass das BIP im laufenden Quartal – nach dem Rückgang im vierten Quartal 2012 – wieder wachsen wird. Das niedrige Zinsumfeld, die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die moderat wachsende Weltwirtschaft sprechen überdies für ein 2013 anhaltendes Wachstum. Unsere BIP-Prognose für 2013 liegt daher weiter bei 0,9%. Hierfür bestehen insofern Abwärtsrisiken, da die Verunsicherung der Unternehmen durch die jüngsten Ereignisse in Italien und Zypern wieder zunehmen kann. Die von uns erwartete Erholung der Ausrüstungsinvestitionen käme dann nicht zum Tragen. Es kommt daher sehr auf die Politik (und die EZB) an, neue Systemängste gar nicht erst aufkommen zu lassen. Aus dieser Sicht ist das ifo-Ergebnis ein Warnsignal, das gestern auch die Einkaufsmanagerindizes gesendet haben.

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