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Wirtschaft

Produktionsfeuerwerk hält weiter an

Die deutsche Produktion ist im vergangenen Mai kräftig gewachsen. Produktionsseitig sieht es damit nach einem Vorquartalszuwachs aus, den es in dieser Höhe seit sechs Jahren nicht mehr gegeben hat. Unsere BIP-Prognose haben wir daher angehoben. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Die deutsche Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Mai um 1,2 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Nach dem Zuwachs von 0,7 % im April (revidiert von 0,8 %) hat sich der Produktionsknoten damit nennenswert gelöst, die von den Stimmungsindikatoren angefachte hohe Erwartungshaltung ist bestätigt worden. Für das zweite Quartal 2017 sieht es nun nach einem Vorquartalszuwachs von rund 2 % aus.

Bestes Ergebnis seit sechs Jahren

Ein derart gutes Halbjahr hat es bei der Produktion seit sechs Jahren nicht mehr gegeben. Die Situation unterscheidet sich jedoch dahingehend, dass nach dem durch die Finanzkrise verursachten Produktionseinbruch seinerzeit ein starker Nachholbedarf bestand. Vergleichbares ist heutzutage nicht der Fall. Aufgrund dessen, dass es derzeit fast überall auf der Welt konjunkturell etwas besser läuft als im vergangenen Jahr, erhält die Produktion ­ und mit ihr das BIP jetzt vielmehr einen unerwarteten Rückenwind. Gegenüber 2016 macht sich hierbei vor allem positiv bemerkbar, dass das Wachstumstempo der chinesischen Wirtschaftsleistung bisher nicht nachgelassen und sich die wirtschaftliche Lage in vielen Schwellenländern verbessert hat.

Geht es nach dem ifo-Geschäftsklimaindex und dem Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe, wird der konjunkturelle Rückenwind anhalten. Den hohen Indexständen folgend hätte das Produktionswachstum zwar schon zuletzt stark anziehen müssen. Dass dies weder hier noch bei anderen harten Konjunkturdaten der Fall war, liegt unseres Erachtens an einer Stimmungsüberhitzung: Sie resultiert daraus, dass die gewichtigen geld-, geo- und wirtschaftspolitischen Risiken in den Befragungen unseres Erachtens ausgeblendet werden. Für die Stimmungsindizes bestehen daher Abwärtsrisiken. Träten sie ein, wäre dies aber kein Warnsignal: Wenn eine 1:1-Übersetzung in die harten Konjunkturdaten nach oben nicht erfolgt, dann auch nicht nach unten. Zudem spräche selbst eine sich abkühlende Stimmungslage noch für höhere Produktionszuwächse, als sie zurzeit vorliegen.

BIP-Prognose angehoben

Wie auch immer: Nach der dynamischen ersten Jahreshälfte sieht es zurzeit so aus, dass sich die zyklischen Auftriebskräfte festigen. Sie werden wohl auch im zweiten Halbjahr anhalten. Ein Indiz hierfür ist die Entwicklung bei den Investitionsgütern, die eine weitergehende Investitionsbelebung für das zweite Halbjahr nahe legt. Diese überstiege aber die von uns veranschlagten Wachstumsimpulse. Unsere BIP-Prognose für 2017 haben wir daher von 1,4 % auf 1,6 % angehoben.

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