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Wirtschaft

US-Leitzinserhöhung im September rückt näher

Die US-Beschäftigung (ohne Landwirtschaft) hat im Juli um 215 Tsd. zugenommen. Damit fällt der Stellenaufbau weiter robust aus. Dies dürfte die Fed darin bestätigen, dass die Unterauslastung am Arbeitsmarkt abnimmt. Für September erwarten wir daher weiter eine Leitzinserhöhung. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

FED-Chefin Yellen betont, die Leitzinswende sei datemabhängig. (Foto: Federal Research)
FED-Chefin Yellen betonte erst kürzlich, die Leitzinswende sei datemabhängig. (Foto: Federal Research)

Das Bureau of Labor Statistics in den USA hat heute berichtet, dass im Juli außerhalb der Landwirtschaft 215 Tsd. neue Stellen geschaffen worden sind. Dies erfolgte hauptsächlich in der Privatwirtschaft (+210 Tsd.), beim Staat gab es immerhin etwas mehr Einstellungen als in den Monaten zuvor (+5 Tsd.). Der Stellenzuwachs der Vormonate wurde um 14 Tsd. hochrevidiert. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 5,3% und die durchschnittlichen Stundenlöhne nahmen gegenüber Juni um 0,2% zu.

Arbeitsmarktlage verbessert sich

Die Daten zeigen, dass sich die Arbeitsmarktlage weiter mit einer robusten Grunddynamik bessert. Mit 213 Tsd. (+2) bekleidet der 6-Monatsdurchschnitt ein solides Niveau. Der 3-Monatsdurchschnitt ist sogar um 9 auf 235 Tsd. gestiegen und notiert damit höher als in den Vormonaten. Ein Wehmutstropfen ist allerdings, dass die Dauer der Arbeitslosigkeit um 0,2 auf 28,3 Wochen gestiegen ist.

Die Fed hatte in den vergangenen Monaten stets betont, dass eine anhaltende Arbeitsmarkterholung eine zentrale Voraussetzung für eine Leitzinsanhebung sei. In der Pressemitteilung zur FOMC-Sitzung im Juli verschärfte sie ihre Rhetorik bereits, indem sie erklärte, die Unterauslastung am Arbeitsmarkt habe „abgenommen“ (zuvor: „etwas abgenommen“). Der Arbeitsmarktbericht für Juli dürfte der Fed daher zeigen, dass die Unterauslastung nochmals weiter gesunken ist.

Haare in der Datensuppe wird es geben

Wir werten die Arbeitsmarktdaten als weiteres Indiz für eine Leitzinsanhebung im September (+25 Bp). Darauf deutet auch die Aussage des stimmberechtigen FOMC-Mitglieds Lockhart hin, der in dieser Woche betont hat, dass sich die wirtschaftliche Lage schon deutlich verschlechtern müsse, damit er einen Zinsschritt nicht unterstütze. Zugegeben: Haare in der Datensuppe wird es auch im September geben. Dies ändert aber nichts daran, dass das fundamentale Umfeld einen Krisenleitzins nicht mehr benötigt. Seit dem Beschäftigungstief Anfang 2010 sind über 12 Mio. neue Jobs entstanden. Auch deshalb hat die Fed die Leitzinserhöhungs-Erwartung geweckt, sie wird nun liefern müssen.

Hierbei auf den perfekten Zeitpunkt zu warten, dürfte sich aber als Bumerang erweisen: Denn erstens werden sich immer Gründe finden lassen, die gegen eine geldpolitische Straffung sprechen, und zweitens dürfte ein im September ausbleibender Leitzinsschritt Zweifel unter den Marktteilnehmern schüren, ob es die Fed mit der Leitzinswende wirklich ernst meint. Dies rhetorisch später wieder einzufangen wird für die Notenbank wohl schwieriger sein, als den Zinsschritt nun „zu gehen“ und einen behutsamen Zinszyklus zu signalisieren.

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