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Politik

Die Bundesregierung und SIG Sauers Waffenexporte in den Irak

Medienberichten zufolge soll die Firma SIG Sauer im Rahmen eines Deals 5000 Pistolen in das Bürgerkriegsland IRAK exportiert haben. Den Berichten nach kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige der Waffen in den Besitz der kurdischen Rebellenorganisation PKK gelangt sind. War die Bundesregierung tatsächlich ahnungslos? Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele bezweifelt das.

Redaktion Spreezeitung

Hans-Christian  Ströbele will mehr übr die illegalen Waffenexporte wissen (Foto:
Illegale Waffenexporte? Hans-Christian Ströbele will die Hintergründe in Erfahrung bringen.
(Foto: Heinrich-Böll-Stiftung)

Der Deal sei von deutschen Behörden nicht genehmigt worden, heißt es. Doch der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele fragt, was die Bundesregierung über SIG Sauers illegale Waffenexporte in den Irak gewusst hat. Er hält es für praktisch unvorstellbar, dass die Bundesregierung keinerlei Hinweise durch den BND, der USA oder der Türkei erhalten habe.

Ströbele erklärt hierzu:

"Die Bundesregierung muss nun umgehend erklären, seit wann sie von SIG Sauers illegalen Waffenexporten in den Irak und andere Spannungsgebiet wusste und warum sie nichts dagegen unternahm. Denn ich halte für unvorstellbar, dass die Bundesregierung keine Hinweise des BND, der USA oder Türkei erhielt auf solch brisante Ausfuhren in das genau beobachtete Kampfgebiet Irak.
 
Meiner konkret auf Irak-Exporte von SIG Sauer zielende Anfrage nach Erkenntnissen der Bundesregierung hierzu ist sie letzte Woche auffallend ausgewichen: sie habe nicht alle Exporte der Firma systematisch erfasst.
 
Wenn das heißt, die der Bundesregierung nachgeordneten Stellen hatten hiervon Kenntnis, unternahmen aber nichts, dann wäre das skandalös. Das Gleiche gilt, wenn SIG Sauer an deutschen Behörden, Zoll und Geheimdiensten vorbei munter seine Waffen verschieben konnte.
 
Seit gestern meldeten Medien, der deutsche Waffenhersteller SIG Sauer habe Waffen illegal nach Kolumbien und Kasachstan sowie - über seine US-Schwesterfirma - auch nach Indien, Pakistan und bereits 2005 in den Irak verkauft : ohne Genehmigung des Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle.
 
Konsequenz aus derlei Erkenntnissen muss jedenfalls sein, keine Exporte dieser Unternehmen mehr zu genehmigen und diesen keinerlei Lieferaufträge mehr erteilen zu lassen etwa für Bundespolizei und Bundeswehr.
Außerdem müssten die USA entsprechend Nummer IV der „Politischen Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Rüstungsgütern" - mangels sicheren dortigen Waffenendverbleibs - von der Belieferung mit Waffen grundsätzlich ausgeschlossen werden."

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