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Wirtschaft

Schwächerer ifo-Index ist kein Grund zur Sorge

Aufgrund gesunkener Geschäftserwartungen ist der ifo-Geschäftsklimaindex im Juni um 0,7 Punkte gesunken. Für die befragten Unternehmen ist es offenbar schwer vorstellbar, dass ihre Geschäftslage mit Blick auf das zurzeit erreichte hohe Niveau künftig noch besser werden wird. Der Aufschwung wird durch den Indexrückgang nicht in Frage gestellt. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Das ifo-Geschäftsklima hat sich im Juni eingetrübt: Der entsprechende Index nahm um 0,7 Punkte gegenüber dem Vormonat ab und liegt jetzt bei 109,7 Punkten. Ausschlaggebend hierfür war, dass die Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen gegenüber dem Vormonat erneut merklich nachgegeben haben (-1,4 Punkte). Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage veränderte sich dagegen nicht.

Unternehmen sind in guter Stimmung

Die Bewegung der Unterkomponenten des Geschäftsklimas verläuft ähnlich zu der in der ZEW-Befragung. Dort war der Lageindex sogar gestiegen und der Erwartungsindex ebenfalls gefallen. Die Erklärung für dieses Muster liefert unseres Erachtens das auf ansprechendem Niveau hochtourig laufende BIP-Wachstum. Dies sorgt bei den Unternehmen aktuell für eine gute Stimmung, weshalb die Lageindizes merklich über ihren langjährigen Durchschnitten liegen. Die Kehrseite dieser Entwicklung ist, dass es nun für die befragten Unternehmen offenbar schwer vorstellbar ist, dass die wirtschaftliche Situation demnächst noch besser werden wird. Dies lässt die Geschäftserwartungen sinken. Wir werten dies nicht als Vorboten für einen konjunkturellen Wendepunkt, da die Wirtschaft von der ultra-expansiven Geldpolitik der EZB noch länger massiv unterstützt werden wird.

Wenig Aufwärtspotenzial in Sicht

Das ifo-Geschäftsklima dürfte auf Sicht der nächsten Monate wenig Aufwärtspotenzial besitzen. Der Ukraine-Konflikt ist bisher zwar gut verdaut worden, ist aber eben auch nicht gelöst. Zudem dürfte der konjunkturelle Aufwärtstrend bei den europäischen Handelspartnern weiter lediglich verhalten von statten gehen. Vor allem aber geht von den seitens der EZB Anfang Juni beschlossenen expansiven Maßnahmen das Risiko aus, dass die als überwunden geglaubte Verunsicherung bei den Unternehmen bereits wiederauflebt und die Investitionstätigkeit hemmt.

Wachstumsdynamik wird spürbar nachlassen

Unsere BIP-Prognose für 2014 liegt weiter bei 1,8%. Nach dem durch Sondereffekte bewirkten fulminanten Jahresauftakt dürfte die Wachstumsdynamik im laufenden Quartal spürbar nachlassen. Gegeneffekte erwarten wir vor allem vom Lager, die sich durch die schwach ins laufende Quartal gestartete Produktion bereits ankündigen. Dennoch wird das BIP-Wachstum im ersten Halbjahr deutlich über der Trendrate liegen. Im zweiten Halbjahr dürfte das weiter auf mehreren Säulen basierende Wachstumstempo dann zunehmen und „nur“ noch leicht über der Trendrate liegen.

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