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Wirtschaft

Geschäftsklima im Aufschwung

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar weiter gestiegen. Dies dürfte zwar auch auf einen Krisengewöhnungseffekt zurückgehen. Das Aufschwungsignal "des ifo" ist aber dennoch unübersehbar. Unsere BIP-Prognose für 2014 liegt daher weiter bei 1,6%. Gleichwohl dürfte die Handlungsbereitschaft der EZB vorerst bestehen bleiben. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Die Stimmung der vom ifo-Institut befragten Unternehmen in der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland hat sich im Januar weiter aufgehellt: Der entsprechende ifo-Geschäftsklimaindex nahm um 1,1 auf 110,6 Punkte zu. Höher notierte der Index zuletzt im Juli 2011. Ausschlaggebend hierfür waren sowohl eine im Vormonatsvergleich wieder bessere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage (+0,8 Punkte) als auch erneut gestiegene Geschäftserwartungen (+1,5 Punkte).

Geschäftsklima signalisiert Wachstumstempo Das aktuelle Niveau des Geschäftsklimaindex liegt 6,2 Punkte über seinem 10-Jahresdurchschnitt. Sein jüngster Anstieg geht einher mit der des Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe, der zuletzt ebenfalls kräftig zugenommen hat und deutlich über der Expansionsschwelle liegt. Von beiden Indizes geht ein klares Aufschwungsignal aus.

Konjunkturherz, was willst du mehr?
Bisweilen ist eine gute Stimmungslage noch kein Garant für eine gleichgerichtete realwirtschaftliche Entwicklung. So gehen wir weiter davon aus, dass sich die Stimmung auch deshalb stärker gebessert hat, weil sich eine Krisengewöhnung eingestellt hat. Dies spricht gegen eine 1:1-Übertragung. Es ist zwar bekannt, dass die Staatsschuldenkrise nicht gelöst ist. Gleichzeitig wird aber darauf vertraut, dass neue Systemängste aufgrund des EZB-Versprechens, den Euro mit allen Mitteln zu verteidigen, nicht auftreten werden. Die realen Daten werden sich trotz der unterproportionalen Übertragung weiter positiv entwickeln, wie es zuletzt bereits beim Industrie-Auftragseingang und der Produktion zu sehen war.

Ausrüstungsinvestitions-Stau könnte sich lösen Wir erwarten weiter, dass das BIP im vierten Quartal 2013 um 0,3% ggü. Vq. zugenommen hat. Das Wachstumstempo wird 2014 wohl noch leicht zunehmen, da sich der Ausrüstungsinvestitions-Stau lösen dürfte. Voraussetzung hierfür sind das EZB-Versprechen und eine einigermaßen wachsende Weltwirtschaft.

Konjunkturerholung in Aussicht Durch das heutige ifo-Ergebnis wird sich die EZB in ihrer Erwartung einer langsamen Konjunkturerholung im Euroraum wohl bestätigt sehen. Die zurzeit im Raum stehende Steigerung ihres Expansionsgrades wird dadurch aber nicht vom Tisch gewischt. Denn der aktuelle Fokus der EZB ist auf die Inflationsrate und die Geldmarktzinsen gerichtet. Beide dürften die Notenbank auch auf ihrer Ratssitzung im Februar veranlassen, Handlungsbereitschaft zu demonstrieren.

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