BIP-Stabilisierung im Euroraum setzt sich fort
Das Bruttoinlandsprodukt ist auch im dritten Quartal 2013 gewachsen (+0,1% zum Vorquartal). Mit dem zweiten Anstieg in Folge hat sich die BIP-Stabilisierung weiter gefestigt. Für die nächsten Quartale erwarten wir eine Fortsetzung des aktuellen Mini-Wachstums. Unsere BIP-Prognose für 2014 liegt weiterhin bei 0,8%. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.
Eurostat hat am vergangenen Donnerstag für das dritte Quartal 2013 einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,1% zum Vorquartal gemeldet. Dies ist der zweite Anstieg in Folge. Nach der zuvor sechs Quartale dauernden Rezession hat sich das BIP damit weiter stabilisiert. Das nachlassende Erholungstempo gegenüber dem zweiten Quartal (+0,3%) wird durch die seinerzeit vorliegenden Sondereffekte relativiert. Die Ergebnisse der BIP-Komponenten werden am 4. Dezember veröffentlicht.
Großteil geht auf Wirtschaftstätigkeit in Deutschland zurück
Der Großteil des BIP-Wachstums geht auf die Wirtschaftstätigkeit in Deutschland zurück (+0,3%). Positiv ist auch, dass Belgien und Österreich einen BIP-Zuwachs von 0,3%/0,2% ausweisen und sich die Rezessionen in den Niederlanden (+0,1%) und Spanien (+0,1%) dem Ende neigen. Portugal verzeichnete zudem erneut einen BIP-Zuwachs (+0,2%, Q2: +1,1%). Negative Impulse gingen von Italien und Frankreich aus (jeweils -0,1%), in Zypern schrumpfte das BIP um 0,8%. Für Griechenland und Irland liegt noch kein Ergebnis vor.
Haushaltskonsolidierung belastet Wachstum wenig
Für die nächsten Quartale gehen wir unverändert davon aus, dass das EWU-BIP mit leicht über null liegenden Raten wachsen wird. Hierfür spricht, dass die Haushaltskonsolidierung das Wachstum weniger belasten wird. Da die Fiskalpolitik aber restriktiv wirken wird, sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit in den Kernländern nicht verbessert hat und die Kreditnachfrage nicht anspringen dürfte, bleibt ein selbst tragender Aufschwung außer Sicht. Das uneinheitliche Bild der Klimaindikatoren, deren Anstiege wohl auch auf einer steigenden Krisengewöhnung basieren, stützt diese Erwartung. Unsere BIP-Prognose für 2014 beträgt daher weiter 0,8%, mehr als die Hälfte dessen kommt aus Deutschland. Die aggregierte BIP-Betrachtung spricht gegen eine weitere EZB-Leitzinssenkung.
Gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung wird sich nicht merklich steigern
Unserer Prognose zufolge wird das BIP-Niveau Ende 2014 rund 2,0% unter dem zyklischen Hochpunkt des Jahres 2008 liegen. Damit reicht die von uns erwartete Konjunkturerholung nicht aus, um die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung merklich zu steigern. Hinsichtlich der Arbeitslosenquote erwarten wir daher, dass sie auf ihrem hohen Niveau bei etwa 12,0% verharren wird. Ein überraschender Rückgang wäre mit Blick auf den zurzeit stattfindenden Wegzug von Arbeitslosen aus Krisenländern nicht als Entspannungssignal zu werten.
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