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Wirtschaft

Deutsche Produktion im Jojo-Modus

Die deutsche Produktion im Produzierenden Gewerbe hat im August wieder zugenommen. Im Vorquartalsvergleich wird sie aber dennoch langsamer wachsen als im zweiten Quartal 2013. Entsprechend dürfte das BIP-Wachstum auf Normalmaß zurückfallen. Der Haushaltsstreit in den USA hat die konjunkturellen Risiken bisher kaum erhöht.

Dr. Alexander Krüger

Die Produktion im deutschen Produzierenden Gewerbe hat im August um 1,4% zum Vormonat zugenommen. Belebende Impulse kamen aus der Industrie (+2,1%), hier nahm vor allem die Autoproduktion besonders kräftig zu (+13,6%). Der Bau- und der Energiesektor (-1,9% bzw. -0,2%) belasteten das Ergebnis.

Ein Schritt vor, ein Schritt zurück

Seit April entspricht der Produktionsverlauf dem Muster "Ein Schritt vor, ein Schritt zurück". Darin spiegelt sich der moderate Auftragseingang wider, der eine durchgreifende Produktionsbelebung bisher nicht zugelassen hat. Abzulesen ist dies auch am Produktionsniveau, das lediglich dem Vorjahreslevel entspricht.

Prognose bleibt erhalten

Im Durchschnitt der Monate Juli und August hat die Produktion um 0,6% gegenüber dem zweiten Quartal zugenommen. Trotz der guten Klimaindikatoren erwarten wir für September zwar einen leichten Produktionsrückgang. Dieser änderte aber nichts daran, dass die Produktion gegenüber dem Vorquartal wachsen wird, allerdings deutlich langsamer als im zweiten Quartal. Unsere Prognose einer gegenüber dem Vorquartal merklich nachlassenden Wachstumsdynamik des BIP im dritten Quartal 2013 (0,3% nach 0,7%) halten wir daher aufrecht.

BIP auf Wachstumskurs

Wir rechnen weiter damit, dass das BIP im vierten Quartal 2013 und danach mit soliden Raten wachsen wird. Unsere BIP-Prognosen für 2013/14 betragen 0,4% bzw. 1,5%. Die Basis hierfür ist das unseres Erachtens anhaltende Niedrigzinsumfeld und etwas mehr Rückenwind von der Weltwirtschaft. Diesen erwarten wir – neben zu Ende gehenden Rezessionen in fast allen EWU-Ländern – vor allem aus den USA. Die Schwellenländer dürften ihr aktuelles Wachstumstempo beibehalten.

Klassischer Aufschwung nicht in Sicht

Trotz des Haushaltsstreits und des baldigen Erreichens der Schuldenobergrenze in den USA halten sich die konjunkturellen Risiken bis dato in Grenzen. Wir erwarten, dass sich die politische Vernunft noch rechtzeitig durchsetzen wird und starke Beeinträchtigungen der US-Konjunktur vermieden werden. Dennoch kreiert die schwierige Gemengelage bereits heute neue Unsicherheit für Unternehmen, die das Fragezeichen hinter dem Ausmaß der von uns erwarteten Erholung der Ausrüstungsinvestitionen vergrößert. Auch mit Blick auf die ungelöste EWU-Staatsschuldenkrise ist ein klassischer Aufschwung daher nicht in Sicht.

  • Interview mit Dr. Alexander Krüger:
    "Die Einteignung findet bereits statt"
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