Online-Redaktion / 28. August 2013 / Keine Kommentare


Buchtipp: „Die Lust normal zu sein“

Egomanie liegt im Trend. Nur wer sich selbst inszeniert, kommt an. "Normal" ist out. Unsere Sehnsucht wahrgenommen zu werden, ist schier grenzenlos. Doch macht das tatsächlich glücklich? Unser Buchtipp für entspannte Normalos und jene, die es endlich wieder werden wollen.

Sie sind einfach nur berufstätig und machen nicht Karriere? Sie achten darauf in Form zu bleiben ohne das Idealmaß zu erreichen? Ihr Partner ist alles Mögliche, nur kein Traumprinz? Und Ihre Kinder sind tatsächlich einfach nur Kinder und keine Genies? Herzlich Willkommen unter den Normalos. Doch wie lässt es sich als solche leben angesichts immer höherer Ansprüche, Selbstinszenierungen und Gigantomanien im täglichen Umfeld?

Ganz normal und trotzdem glücklich

In ihrem Buch „Die Lust normal zu sein – Warum wir nicht immer besser werden müssen“ (Orell Füssli Verlag) hinterfragt Maria Schorpp scheinbar selbstverständliche Ansprüche. Wir werden uns gegenüber immer anspruchsvoller und damit notgedrungen enttäuschter. Wir wollen etwas Besonderes sein und werden immer frustrierter. Eine immer aufgeregtere Medienwelt mit ihrem Selbstdarstellungskult hat sich in unsere Vorstellung eingeschlichen.

Wir alle werden unterschlagen

Was wir sein wollen? Alles, nur nicht normal und alltäglich. Auf veröffentlichten Bildern scheint der Alltagsmensch gar nicht zu existieren. Er wird unterschlagen, wir alle werden unterschlagen. Dabei sind wir Normalos in Wahrheit diejenigen, an den sich das alles richtet. Unsere Sehnsucht, wahrgenommen zu werden, wird ausgeschlachtet. Anstatt jedoch permanent an uns herumzuwerkeln, sollten wir uns lieber auf das besinnen, das sich in unserem Alltäglichen verbirgt.

Die Freiheit, ein normales Leben zu führen

Das Werkzeug dazu haben wir, schreibt die Autorin Maria Schorpp. Benutzen wir unseren gesunden Menschenverstand und lassen wir TV, Zeitschriften und das stets omnipräsente Internet einfach mal links liegen. Raus aus der medialen Scheinwelt – rein in die Realität. Das erlaubt uns zu fragen: „Was mache ich da eigentlich?“ Bestimme ich noch selbst über mein Leben oder lasse ich mich am Nasenring durch die Manege führen? Gönne Sie sich die Freiheit, entspannt und zufrieden ein normales Leben zu leben.

Die Autorin Dr. phil. Maria Schorpp, geboren 1957 in Würmersheim, studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik an der Universität Konstanz. Nach etlichen Jahren als freie Journalistin und TV-Kritikerin ist Maria Schorpp nun stellvertretende Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Universität Konstanz. Neben der allgemeinen Pressearbeit betreut sie redaktionell das Uni-Magazin „Uni Kon“ und ist für den Südkurier journalistisch tätig.

Unser Buch-Tipp

In ihrem Buch untersucht Maria Schorpp den heutigen Wunsch nach Anderssein bis hin zur Selbstinszenierung, das heißt, den Alltag zur Bühne zu machen. Sie ist überzeugt, dass viele Mitmenschen das zwanghafte Herausheben aus der gesellschaftlichen Masse als alltägliche Tretmühle verspüren. Demgegenüber entwickelt sich eine andersartige gesellschaftliche Tendenz, die Sehnsucht nach Normalität, die auch eine „mediale Fastenkur“ nach sich zieht. In 20 Jahren professionellen Fernsehens hat sie gelernt, dass Medien nur dann ihren Informations- und Unterhaltungswert besitzen, wenn man sie selektiv und in pharmazeutischen Dosen konsumiert.

  • Die Lust normal zu sein
    Broschiert: 191 Seiten
    Verlag: Orell Füssli (März 2013)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3280054648 ISBN-13: 978-3280054642

Buch-Cover: Orell Füssli



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