Dr. Alexander Krüger / 24. April 2017 / Keine Kommentare


ifo-Geschäftsklimaindex setzt Höhenflug fort

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im April erneut gestiegen. Auf dem nochmals höheren Niveau sendet er weiter ein starkes Wachstumssignal. Es bleibt aber dabei, dass die befragten Unternehmen mit der aktuellen Geschäftslage zufriedener sind als mit den Zukunftsperspektiven. Trotz bestehender Risiken: Ernsthaft sinken wird der Index vorerst wohl nicht. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Der ifo-Geschäftsklimaindex sendet starke Wachstumssignale. (Foto: Themeforest)

 
Die Unternehmen in der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland sind weiter sehr optimistisch gestimmt: Der diesbezüglich vom ifo-Institut ermittelte Geschäftsklimaindex ist im April um 0,6 auf 112,9 Punkte gestiegen. Dort befindet er sich unverändert auf einem sehr hohen Niveau. Dieses ist sogar höher als der Wert, der während der Konjunkturerholung nach der Lehman-Insolvenz und der EWU-Staats¬schuldenkrise 2010 erreicht wurde und nur wenig niedriger als der Spitzenwert in der Hochphase der Globalisierung 2006. Der Höhenflug des Index hält also an.

Aktuelle Geschäftslage weiterhin gut

Hinsichtlich der Unterkomponenten zeigt sich, dass die befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage weiter als gut beurteilen. Der entsprechende Index nahm im April nochmals deutlich um 1,8 Punkte zu. Skeptischer wird dagegen nach vorn geblickt: Hier sank der Geschäftserwartungsindex um 0,5 Punkte. Eine Eintrübung im engeren Sinn stellt dies zwar nicht dar. Es bestätigt sich aber einmal mehr das Bild, dass sich der Geschäftserwartungsindex seit Anfang 2015 zwischen 100 und 106 Punkten nur in einer volatilen Seitwärtsbewegung befindet. Diese hatte der Index für die aktuelle Geschäftslage im September 2016 beendet, er ist seither deutlich gestiegen. Der Aufwärtstrend des Gesamtindex ist also das Ergebnis aktueller Zufriedenheit, er resultiert nicht aus starkem Zukunftsoptimismus.

Wir sind der Ansicht, dass die Aufwärtschancen für das ifo-Geschäftsklima in den nächsten Monaten deutlich geringer sind als die Abwärtsrisiken. Denn die anhaltend hohen geopolitischen Risiken, die erhebliche wirtschaftspolitische Unsicherheit und die fehlenden Strukturreformen untergraben das hohe Indexniveau unseres Erachtens beständig. Dies wird derzeit stark von Sondereffekten überlagert, zu denen auch die von China ausgehenden staatlichen Impulse zählen. Auch dies erklärt aus unserer Sicht die Diskrepanz zwischen der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen.

Kein bStimmungseinbruch zu erwarten

Wie lange die Sondereffekte anhalten werden, ist offen. Einen Stimmungseinbruch fürchten wir aber nicht, da sich nach der Stichwahl bei der französischen Präsidentschaftswahl am 7. Mai temporär eine gewisse Erleichterung über die von uns erwartete Wahl von Emmanuel Macron einstellen dürfte. Für das am 12. Mai anstehende deutsche BIP-Ergebnis für das erste Quartal 2017 erwarten wir einen die gute Stimmungslage spiegelnden hohen Zuwachs von 0,7 % zum Vorquartal. Danach dürfte die Wachstumsdynamik auf Normalmaß sinken.

  • Verweis:
    Interview mit Dr. Alexander Krüger, Bankhaus Lampe:
    Die Enteignung findet bereits statt
  •  
    Folgen Sie Spreezeitung auf Facebook, um keine spannenden Artikel zu verpassen.

    

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.