Redaktion Spreezeitung / 20. Oktober 2016 / Keine Kommentare


Die schmutzigen Methoden in der Gesundheitsbranche

Ein heute im Magazin "Die Zeit" veröffentlichter Beitrag „Die Mogelpackung“ entlarvt mehrere Fälle, in dem unternehmensnahe Tarnvereine der Gesundheits- und Ernährungsindustrie die Öffentlichkeit gezielt und bewusst in die Irre führen. Schon seit Jahren weist die Organisation LobbyControl auf die verdeckte Einflussnahme auf Politik und öffentliche Meinung hin.

Lobbyismus in der Gesundheitsbranche schadet nachhaltig der Demokratie (Foto: Photodune.net)

Lobbyismus in der Gesundheitsbranche schadet nachhaltig der Demokratie (Foto: Photodune.net)

Unternehmen und ihre Lobbyorganisationen müssen offenlegen, welche vermeintlich neutralen Vereine und Initiativen sie finanzieren, um ihre eigene Agenda voranzutreiben, fordert die Organisation LobbyControl angesichts der heute veröffentlichten Recherchen.

Die Zeit Recherchen (Beitrag „Die Mogelpackung“ – Ausgabe vom 20.10.2016) entlarven mehrere Fälle, in dem unternehmensnahe Tarnvereine aus der Gesundheits- und Ernährungsindustrie die Öffentlichkeit bewusst in die Irre führen. So finanziert die Zuckerindustrie bereits seit fast vier Jahrzehnten eine vermeintlich neutrale Initiative für Zahngesundheit. Mehrere Pharma-Unternehmen und der weltgrößte Vitaminhersteller wiederum stecken hinter der „Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung“, bedeutende Salzhersteller und Pharmakonzerne finanzieren den „Arbeitskreis Jodmangel“.

„Zuckerindustrie, Pharmakonzerne und Vitaminhersteller beeinflussen mit Tarnorganisationen die öffentliche Meinung und führen Patienten und Politik bewusst in die Irre. Es ist erschreckend, dass Konzerne und Lobbyisten mit ihrer verdeckten Manipulation selbst vor sensiblen Bereichen wie der Gesundheit nicht zurückschrecken. Die Unternehmen müssen diese unlauteren Methoden sofort einstellen und sich bei ihren Aktivitäten als Auftraggeber und Finanzier klar zu erkennen geben“,

sagt Timo Lange von LobbyControl.

Lange weiter:

„Die Enthüllungen zeigen, dass Öffentlichkeit und Medien genau hinschauen müssen, mit wem sie es zu tun haben. Als Merksatz gilt: Bei Organisationen, die keine oder nur vage Angaben über ihre Auftraggeber, Mitglieder und Finanzierung machen, ist höchste Vorsicht geboten.“

Die von der Zeit aufgedeckten Organisationen sind ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte verdeckter PR. Unternehmen und Verbände nutzen immer wieder Tarnorganisationen, um ökonomische Interessen hinter einzelnen Botschaften zu verschleiern und sich damit mehr Glaubwürdigkeit zu erschleichen. LobbyControl weist seit Jahren auf diese verdeckte Einflussnahme auf Politik und öffentliche Meinung hin und dokumentiert solche Fälle in seiner Online-Enzyklopädie www.lobbypedia.de.

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