BERLIN Empfehlung / 10. April 2016 / Keine Kommentare


Ostalgie und Nostalgie – Memory-Tour in Berlin

Erinnerungen an die damalige Ost-West-Teilung der Bundesrepublik sind nirgendwo so präsent wie in Berlin. Mauerweg, Eastside Gallery, Tränenpalast oder Checkpoint Charly - geschichtsrelevante Orte erinnern und mahnen zugleich. Daneben gibt es kuriose Lokalitäten wie zu Honneckers Zeiten. Wer mag, kann in speziellen Shops sogar DDR-Ostpakete ordern und an die Lieben daheim verschicken.

Erinnerungen an den Mauerfall vor 25 Jahren (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Blick zurück: Erinnerungen an den Mauerfall vor mehr als einem Vierteljahrhundert
(Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Mehr als ein Vierteljahrhundert ist die Wiedervereinigung Deutschlands her. Ist nun zusammengewachsen was zusammengehört? Objektiv bewerten lässt sich dies eines Tages wohl nur durch Historiker. Was Deutschen aus Ost und West gleichermaßen bleibt, ist die Erinnerung. Schlechte, wenn es um die Verletzung der Menschenrechte und die massiv eingeschränkte Freiheit in der ehemaligen DDR geht. Auch die Auswirkungen des Kalten Krieges und die eklatante Mangelwirtschaft bleiben wohl dauerhaft negativ im Gedächtnis haften.

Wiedervereinigungspaket weckt Erinnerungen

Original DDR-Süßigkeiten bietet memorysweets.com in Berlin (Foto: Georg Weber / Clipdealer.de)

Original DDR-Süßigkeiten heute noch etwa bei memorysweets.com erhältlich (Foto: Georg Weber / Clipdealer.de)

Daneben bleiben gute Erinnerungen. An die Heimat etwa, bekannte und bewährte Produkte, ganz bestimmte Orte oder spezielle Lokale. Ob damaliger Osten oder Westen: Die Menschen hängen an Vertrautem. Legendär bleibt „Rotkäppchen“, der Sekt mit der roten Verschlusskappe aus der VEB Sektkellerei Freyburg. Auch auf Bautz`ner Senf, Spreelinge (besser bekannt als Spreewald Gurken) und Köstrizer Schwarzbier wollen eingefleischte Ostalgiker auch heute nicht verzichten.

Wer gerne knabbert oder Süßes isst, kommt mit Originalsüßigkeiten der ehemaligen DDR auf seine Kosten. Ein Berliner Unternehmen bietet sie noch heute in Form der einst so typischen und begehrten DDR-Knabberbox oder dem süßen Wiedervereinigungspaket an. Echte Care-Pakete aus längst vergangenen (sozialistischen) Tagen mit den bekanntesten süßen Ostprodukten wie etwa dem unvergesslichen Trabi Puffreis.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Für Nostalgiker und Ostalgiker ist Berlin ohnedies das perfekte Terrain. Touristen kommen in Scharen und absolvieren in der Regel ein kräftezehrendes Sightseeing-Programm. Die Spuren der Vergangenheit sind besonders in Berlin ziemlich lang. Ein rund 160 Kilometer langer Wander- und Radweg etwa folgt dem damaligen Mauerverlauf. Künstler bieten im Rahmen der OpenAirGallery das größte noch erhaltene Mauerstück und auch die damalige Abfertigungshalle des Grenzübergangs Bahnhof Friedrichstraße ist ebenso einen ausgiebigen Blick wert, wie die Glienicker Brücke. Sie war während des Kalten Krieges Schauplatz mehrerer Agentenaustausche.

Die Volkskammer bittet zu Tisch

Als krönender Abschluss der anstrengenden Memory-Tour für Ost- und Nostalgiker und solche, die es noch werden wollen, sind Stippvisiten in die Osseria oder Volkskammer unerlässlich. Beides sind Lokale wie zu DDR-Zeiten. Beim Genuss von Senfeiern, Broilern, falschen Hasen und Berliner Luft (Schweineleber) fühlen sich die Gäste wie um Jahrzehnte zurückversetzt. Zum Glück nur kulinarisch, auch wenn hier Honeckers Konterfei noch immer an den Wänden hängt.
 

Ostalgie – Mit allen Sinnen DDR (Focus-Reportage)

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