Dr. Alexander Krüger / 6. April 2016 / Keine Kommentare


Produktion nimmt weniger ab als befürchtet

Die Produktion im deutschen Produzierenden Gewerbe ist im Februar um 0,5% gegenüber Januar gesunken. Aufgrund des starken Januarergebnisses zeichnet sich für das erste Quartal dennoch ein merklicher Produktionszuwachs ab. Erstmals seit Ende 2014 dürfte das BIP-Wachstum daher einen kräftigen Rückenwind erhalten. Andauern dürfte er jedoch nicht. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Die defensive BIP-Prognose für 2016 bleibt vorerst bestehen. (Foto: Themeforest)

Die Prognose für 2016 bleibt positiv verhalten. (Foto: Themeforest)

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland ist im Februar weniger gesunken als befürchtet: Gegenüber dem Vormonat fiel sie um 0,5%. Der Produktionsrückgang betraf vor allem die Industrie (-0,5%) und den Energiesektor (-1,8%). Dagegen verzeichnete die Bauproduktion einen erneuten Zuwachs (+1,3%, nach +4,5%). Das Ergebnis für Januar ist von 3,3% auf 2,3% revidiert worden. Das Produktionsergebnis stellt das Produzierende Gewerbe aus unserer Sicht nicht in ein dunkles Licht. Denn der Rückgang folgt auf einen Monat, in dem die Produktion aufgrund der milden Witterung und einer höheren Zahl an Arbeitstagen ungewöhnlich stark gestiegen war. Hier hat es nun eine Atempause gegeben.

Abwärtstrend wird beendet

Im Vorquartalsvergleich war die Produktion im dritten und vierten Quartal 2015 um 0,2% bzw. um 0,4% geschrumpft. Es dürfte schon jetzt feststehen, dass dieser Abwärtstrend trotz des Produktionsrückgangs im Februar im ersten Quartal 2016 beendet worden ist. Vielmehr zeichnet sich sogar ein nennenswerter Produktionszuwachs ab: Durch das starke Januarergebnis liegt die Produktion im Durchschnitt bisher um 2,0% über der vom Jahresschlussquartal 2015. Selbst wenn die Produktion im März erneut um 0,5% zurückginge, betrüge das Quartalsplus noch immer 1,8%.

Erstmals seit dem vierten Quartal 2014 dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) damit vom Produzierenden Gewerbe im ersten Quartal wieder merklich Rückenwind erhalten haben. Mit Blick auf den zurzeit schwächelnden Konsum ist dies eine gute Nachricht. Wir erwarten für das BIP daher weiter einen gelungenen Einstieg in das Jahr 2016. Für unsere BIP-Prognose von 0,4% ggü. Vq. bestehen Aufwärtschancen.

Verhalten wachsende Weltwirtschaft

Eine Blaupause für die Folgequartale ist das Produktionswachstum im ersten Quartal allerdings nicht. Unsere Erwartung einer verhalten wachsenden Weltwirtschaft, die das Exportwachstum bremst, lässt vielmehr erahnen, dass die Unterstützung für das BIP-Wachstum bereits im laufenden Quartal wieder schwinden wird. Wichtige Stimmungsindikatoren und der seit Mitte 2015 schwache Auftragseingang stützen unsere Sicht. Zudem dürften die Verzerrungen aus dem ersten Quartal Gegenbewegungen auslösen. Insofern halten wir an unserer Erwartung fest, dass der Sektor sein letztjähriges Wachstum von lediglich 0,6% kaum übertreffen wird. Für den Produktionstrend heißt es damit weiter: Mehr seitwärts als aufwärts.

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