Roland Hermanns / 22. Februar 2016 / Keine Kommentare


Sachsensumpf: Tacheles zu Clausnitz & Co.

Hinter geblümter Kittelschürze, robustem Blaumann und elegantem Nadelstreifen versteckt sie sich: Die längst verschwunden geglaubte hässliche Fratze des Deutschen. „Wir sind das Volk“, wiederholt sie stereotyp, belügt sich damit selbst und diskreditiert die ganze Nation. Unser Kommentar.

Unerträglich und beschämend: Die Vorfälle in Clausnitz erfordern Konsequenzen. (Foto: Sceenshot YouTube.com)

Unerträglich und beschämend: Die Vorfälle in Clausnitz erfordern Konsequenzen.
(Foto: Sceenshot YouTube.com)

Im Angesicht wutverzerrter Gesichter, die Geflüchtete wie Dreck behandeln, bekommt der griffige Begriff „Sachsensumpf“, der eigentlich dem einstigen Skandal rund um Sachsens Wirtschaft, Politik und Justiz gewidmet war, eine völlig neue Bedeutung. Fremdenfeindliche Pöbeleien auf niedrigstem Niveau. Diesmal in Gestalt von „gut bürgerlichem“ Fremdenhass, vermeintlich legitimiert durch Meinungsfreiheit, die es so in keinem Fall gibt.

Menschen, die um ihr Leben rennen und Schutz bei uns suchen werden Clausnitzer Dumpfbackenparolen entgegen geschleudert, die ihresgleichen suchen:

„Mal sehen, was hier für Ungeziefer aussteigt!“

„Weg mit dem Gelumpe!“

„Asylantengesindel!“

Wem das nicht genügt an Hasstiraden und unverfrorener Schamlosigkeit, der fackelt in einem weiteren Eskalationsschritt gleich ganze Flüchtlingsunterkünfte ab? Das wird nur scheinbar konsequenzlos bleiben. Es ist ganz einfach: Die vielen Deutschen, die sich sprachlos angesichts der Dimension der Verrohung bestimmter Bevölkerungsteile die Augen reiben, werden dies nicht hinnehmen.

Es gibt keine Rechtfertigung

Es gibt keine noch so mitleidsheischenden Erklärungsversuche für derartige Entgleisungen. Schlechte Kinderstube, das Gefühl, zum abgehängten Prekariat zu zählen, fehlgesteuerte Heimatliebe, mangelnde Empathie oder Unmut gegenüber sich selbst: All dies greift nicht zur Rechtfertigung. Die Toleranzgrenze ist ausgeschöpft – restlos. Für Volksverhetzung und Rassismus gibt es saftige Quittungen vom Staatsanwalt. Für Polizeipräsidenten, die sich – vorsichtig ausgedrückt – zutiefst befremdlich und seltsam verhalten, die Entlassung. Und für Ministerpräsidenten, die ihr Bundesland nicht im Griff haben, kann die Antwort nur Rücktritt lauten. Zeit zum Handeln – sofort und ohne Wenn und Aber!

 
Clausnitz – Zeitzeugnis und Mahnung zugleich:

 

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