SPZ / up / 8. Dezember 2015 / Keine Kommentare


200. Geburtstag: Adolph von Menzel – Maler der Moderne

Eines ist klar: Adolph von Menzel (1815-1905) ist der wohl bedeutendste Berliner Maler des 19. Jahrhunderts. Unvergessen zum Beispiel sein „Flötenkonzert von Sanssouci“. Rechtzeitig zu Menzels 200. Geburtstag legt die Kunsthistorikerin Anja Grebe eine Auswahl aus seinen wichtigsten Werken vor, die sie knapp und kenntnisreich erläutert.

Adolph von Menzel, der Maler der Moderne (Foto: screenshot YouTube)

Adolph von Menzel, der Maler der Moderne (Foto: screenshot YouTube)

Theodor Fontane lässt in dem Gedicht „Auf der Treppe von Sanssouci“ auf die Frage des Königs, wer denn Menzel sei, antworten:

„Ja, wer ist Menzel? Menzel ist sehr vieles,
Um nicht zu sagen alles; mind’stens ist er
Die ganze Arche Noäh, Thier und Menschen“.
(Das Gedicht in ganzer Länge finden Sie HIER)

Menzels Auge entging nichts, und so bewundert man auch heute die Atmosphäre und Fülle an Details, die Menzel in seinen Gemälden und Zeichnungen eingefangen hat. In ihrer aktuell erschienen Publikation „Menzel – Maler der Moderne“ nimmt die Kunsthistorikerin Anja Grebe den Leser mit auf einen kurzweiligen, fiktiven Museumsbesuch. 100 wichtige Werke werden in brillanten Farben abgebildet und von Texten flankiert, die präzise und verständlich das Dargestellte und die Gestaltung beschreiben.
Buch_Menzel

„Ebenso wie die Impressionisten war auch Menzel besessen von der Wirklichkeit und der Flüchtigkeit des Augenblicks, den er in seinen Bildern zu erfassen und zu verewigen suchte.
 
Doch auch wenn Menzels Malweise, vor allem die Ölskizzen und Gouachen, in ihrer flüchtigen Technik an impressionistische Werke erinnern, geht es in ihnen weniger um eine subjektive Darstellung der Wirklichkeit.
 
Im Vordergrund steht vielmehr die möglichst objektive Sichtbarmachung optischer Phänomene und der von ihnen erzeugten Atmosphäre, sei das Thema nun zeitgenössisch oder historisch, Genau dies macht die Modernität, aber auch die Menzels Werken innewohnende Poesie aus“,

führt Anja Grebe einleitend in Ihrer Publikation aus und zeigt: Menzel war seiner Zeit weit voraus!

Sie möchten mehr über den nur 1.40 Meter großen Maler Adolph von Menzel erfahren, der seine Werke glaubhaften Überlieferungen zufolge in ziemlicher Kälte schuf, da er seine Räume nur äußerst selten heizte? Das Märkische Museum startet am 3. Dezember mit der Ausstellung „Ich. Menzel“. Daneben bietet Das Kupferstichkabinett in der Alten Nationalgalerie ab dem 8. Dezember 2015 die Ausstellung „Blinde Blicke. Sehen und Nichtsehen bei Menzel“.
 
Portrait Adolph von Menzel – Chronist mit Stift und Pinsel (Chronoshistory)

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Fotos: Screenshot YouTube
Video: YouTube / (Chronoshistory)



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