Dr. Alexander Krüger / 13. November 2015 / 1 Kommentar


Solides BIP-Wachstum made in Germany

Mit 0,3% zum Vorquartal ist das deutsche BIP im dritten Quartal 2015 erneut solide gewachsen. Einmal mehr war es der inländische Konsum, der positive Impulse lieferte. Da die aktuellen Wachstumstreiber ihre Schubkraft lediglich beibehalten dürften, steht eine dauerhafte Wachstumsbeschleunigung nicht bevor. Unsere BIP-Prognose für 2016 beträgt 1,5%. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Die defensive BIP-Prognose für 2016 bleibt vorerst bestehen. (Foto: Themeforest)

Die defensive BIP-Prognose für 2015 bleibt vorerst bestehen. (Foto: Themeforest)

Der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland im dritten Quartal 2015 um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Im Vergleich zum zweiten Quartal hat das Wachstumstempo zwar etwas nachgelassen, der Anstieg fällt aber in die Größenkategorie solide. Im Vorgriff auf die am 24. November zur Veröffentlichung anstehenden BIP-Details hat das Bundesamt mitgeteilt, dass positive Wachstumsimpulse hauptsächlich vom privaten und staatlichen Verbrauch ausgingen. Leicht rückläufig waren dagegen die Anlageinvestitionen. Das Wachstum belastet hat der Außenhandel.

Wachstum verliert etwas an Fahrt

Derzeit sieht es danach aus, dass das BIP-Wachstum im laufenden Quartal eventuell etwas Fahrt verlieren wird. Die gestiegenen Wachstumssorgen für die Weltwirtschaft haben der guten Stimmung bisher zwar nicht geschadet. Bei den realen Daten sieht dies jedoch anders aus. So ist der im Vormonatsvergleich gemessene Auftragseingang in der Industrie zuletzt dreimal in Folge kräftig gesunken und schlägt im dritten Quartal mit -2,8% zu Buche. Der stärkste Quartalsrückgang seit drei Jahren lässt für das vierte Quartal einen Produktionseinbruch befürchten. Entsprechend dürften auch die Stimmungsindikatoren demnächst schwächer notieren. Dass die Industrie dem BIP-Wachstum die Schuhe ausziehen wird, erwarten wir allerdings nicht. Unsere BIP-Prognose von 1,7% für 2015 behalten wir daher bei.

Ausblick auf 2016

Wir betonen schon länger, dass das BIP-Wachstum ohne das für Deutschland zu tiefe Zinsniveau und die Glücksfälle Euro-Abschwächung und Rohölpreisrückgang niedriger ausfallen würde. Ebenso haben wir darauf hingewiesen, dass diese Wachstumstreiber einem abnehmenden Grenznutzen unterliegen, sprich im Zeitverlauf an Schubkraft einbüßen, wenn sie sich zum Status Quo nicht günstiger entwickeln. Dies dürfte 2016 sichtbar werden. Zudem wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft unseres Erachtens nicht gegenüber 2015 beleben.

Mit Ausnahme der Flüchtlingsmigration, die über den Staatsverbrauch einen positiven Wachstumseffekt haben dürfte, sind neue Wachstumstreiber derzeit nicht in Sicht. Wir rechnen daher für Deutschland weiter damit, dass das diesjährige Wachstumstempo kaum zu übertreffen sein wird. Vor diesem Hintergrund dürfte der nicht-kalenderbereinigte BIP-Anstieg 2016 bei 1,5% liegen. Voraussetzung für eine dauerhaft höhere Wachstumsdynamik ist auch, dass die Regierung ihren Reformschlaf beendet.

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Ein Kommentar zu "Solides BIP-Wachstum made in Germany"

  1. jög henning heidingsfelder 3. Januar 2016 at 06:52

    mann kann langfristig das „bip-wachstum“
    nicht halten
    wer soll den die waren kaufen
    z.z werden die waren nach unserem finanzsystem auf pump gekauft.
    beispiel wir geben griechenland geld über die banken und die firmen machen sich reich und kaufen ihre aktien zurück und investieren nicht in neues wissen
    das ist deflation

    schnippi

    Antworten

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