Dr. Alexander Krüger / 27. Juli 2015 / Keine Kommentare


ifo trotzt (vorerst) Konjunkturdaten für China

Das ifo-Geschäftsklima ist im Juli leicht gestiegen. Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilten die befragten Unternehmen als besser, vor allem aber haben sich die Geschäftserwartungen „gefangen“. Mit Blick auf die zuletzt enttäuschend ausgefallenen Konjunkturdaten aus China überrascht dies. Das Index-Aufwärtspotenzial halten wir daher für begrenzt. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Die defensive BIP-Prognose von 1,5% für 2015 bleibt vorerst bestehen. (Foto: Themeforest)

Es wird derzeti keine Verbesserung der Geschäftstätigkeit erwarten. (Foto: Themeforest)

Das ifo-Geschäftsklima für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat sich im Juli etwas erholt: Nach -0,2 Punkten im Mai und -1,0 Punkten im Juni stieg der entsprechende Index um 0,5 Punkte an. Ausschlaggebend hierfür war die zum Vormonat verbesserte Beurteilung der aktuellen Geschäftslage (+0,8 Punkte, nach -1,3). Zudem haben sich die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate gefangen (+0,3 Punkte), die in den drei Monaten zuvor um 1,8 Punkte gesunken waren.

Kein echtes Index-Aufwärtspotenzial

Nach wie vor besteht unter den befragten Unternehmen aber nur eine geringe Mehrheit, die eine Verbesserung ihrer Geschäftstätigkeit erwarten. Aktuell liegt der Geschäftsklimaindex weiter etwas über seinem langjährigen Durchschnitt. Damit sendet er, ebenso wie der Einkaufsmanagerindex, zwar ein Wachstumssignal für die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Der Rückenwind für das BIP-Wachstum wird von dieser Seite aber eher moderat ausfallen. Mangels Treibern besteht unseres Erachtens auch kein echtes Index-Aufwärtspotenzial. Grund hierfür sind die Konjunkturdaten für China, die die Erwartungen in den vergangenen Wochen auf ganzer Linie enttäuscht haben.

Zwar sehen wir für unsere seit langem bestehende BIP-Prognose von 6,8% für 2015 derzeit keinen Anpassungsbedarf (mit je 6,6% im dritten und vierten Quartal ginge die Prognose auf) und rechnen weiter mit einer weichen Landung der chinesischen Wirtschaft. Bei den Unternehmen dürfte die Wachstumsverlangsamung aber auf die Stimmung drücken, da neben den USA nunmehr auch das zweite Schwergewicht der Weltwirtschaft bestenfalls langsamer als erwartet wächst. Dies dürfte die Investitionsneigung belasten. Sorgen vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft werden die Geschäftserwartungen demnächst zudem wohl eher belasten.

Defensive Ausrichtung unserer BIP-Prognose

Wir rechnen damit, dass sich der Geschäftsklimaindex vorerst zwischen 106 und 109 Punkten seitwärts entwickeln wird. Damit hat unsere Erwartung Bestand, dass er im zweiten Quartal 2015 einen vorläufigen Höchststand erreicht hat. Aufgrund der Konjunkturrisiken halten wir einen Rücksetzer auf die untere Grenze im Blick.
Das aus unserer Sicht in der zweiten Jahreshälfte verhalten bleibende Wachstum der Weltwirtschaft war und ist ein wesentlicher Grund für die defensive Ausrichtung unserer BIP-Prognose. Für 2015 liegt diese weiterhin bei 1,6%.

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