Marlen Albertini / 10. Mai 2015 / Keine Kommentare


Tag der „Knallerfrau“: Mutti ist für alle da

Am legendären Muttertag steht ausnahmsweise nicht unsere "Bundesmutti" Angela Merkel (CDU) im Fokus. Gefeiert wird jene politisch geformte Mutti, die neben Banalitäten wie etwa Kindererziehung, Kochtopf, Putzschrank & Co. gleichzeitig auch im Berufsleben ihren Mann steht. Damit kurbelt sie kräftig die Wirtschaft an und füllt das Steuersäckel tüchtig auf. Die Mutti von heute ist eben für alle da.

Dank einer Politik, die ausschließlich berufstätige Mütter fördert, erzieht die moderne Frau von heute die notwendigen und unverzichtbaren Rentensäulen auf und macht gleichzeitig – quasi mit links – Karriere. Wo und mit was auch immer. Irgendeine andere Wahl – wie sie in einer Demokratie eigentlich selbstverständlich sein sollte – hat sie nicht. In der Regel kommt eine Familie ohne zwei Verdiener heute nicht mehr über die Runden. Damit sich kaum eine Frau der staatlich verordneten Familienpolitik entziehen kann, wurde 2008 – interessanterweise maßgeblich auf Druck von Politikerinnen, die selbst gar keine Kinder haben – das Unterhalterecht zum Nachteil von Müttern drastisch abgeändert.

Umodern, hausbacken und ein gesellschaftliches No-Go

Mit Unterhaltsansprüchen im Falle einer Scheidung ist seither faktisch nicht mehr zu rechnen. Frauen mit Kindern, die eine Zeit lang nicht arbeiten, fallen damit später schnell in Altersarmut. Da hilft auch das Märchen von der gerechten Mütterrente nicht weiter. Eine Mutter, die sich „überflüssigerweise“ und staatlich nicht erwünscht einige Jahre „nur“ der Kindererziehung widmet, gilt als gesellschaftliches No-Go, völlig aus der Zeit und zutiefst hausbacken. Nichts gilt als unmoderner, als sich liebevoll dem Nachwuchs zu widmen, anstatt die Erziehung quasi vom ersten Atemzug an in fremde Hände zu delegieren. Letzeres hat auch den Vorteil, unisono mit der staatlich erwünschten Formung des kleinen Menschenzwergs zu beginnen, was durchaus starken Einfluss auf Verhaltensweisen und Individualität nimmt.

Die Meinung von Müttern ist praktisch nicht gefragt

Eigentlich wollen etwa 30 bis 40 Prozent jener Mütter, die berufstätig sind, gar nicht arbeiten und sich lieber komplett der Familie widmen. So jedenfalls steht es unter anderem auch im Fachkräfte-Fortschrittsbericht der Bundesregierung. Dort lässt sich auch nachlesen, dass rund ein Viertel aller in Teilzeit beschäftigten Mütter ihre Arbeitszeit keinesfalls erhöhen will. Auch wollen 40 Prozent der Mütter in den ersten drei Lebensjahres ihres Kindes nicht arbeiten. Eindeutige Zahlen, doch eine Lobby räumt die Politik der modernen Mutti von heute nicht ein. Politisch ist für nicht berufstätige Mütter somit auch nichts zu erwarten.

Mutti mischt die Wirtschaft auf

Praktisch alle Parteien sind sich einig, dass der Arbeitsmarkt ohne Mutti nicht klarkommt. Untermauert wird diese Forderung mit der These, frühkindliche Erziehung sei besser in den Händen von Kitas aufgehoben. Erziehung durch die eigenen Mütter und Väter findet praktisch kaum noch Wertschätzung. Eine eigenartige Haltung, die durchaus etwas mit Diskriminierung und Entwertung zu hat. Schließen machen die meisten Eltern nachweislich einen fabelhaften Job. In Zeiten politischer Besserwisserei und Hardlinern mit reichlich Potenzial zur Fremdbestimmung bleibt es wohl dabei: Mutti ist für alle da und am Muttertag gibt’s den obligatorischen Strauß Blumen.

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