SPZ / up / 2. September 2015 / Keine Kommentare


Schiffbruch – Das Versagen der europäischen Flüchtlingspolitik

Spätestens seit den Unglücken vor Lampedusa im Herbst 2013, bei denen über sechshundert Flüchtlinge starben, ist klar: Die europäische Flüchtlingspolitik versagt. Dabei haben sich die Regierungen der Europäischen Union eigentlich darauf geeinigt, ein gemeinsames Asylsystem zu schaffen.

Die EU-Flüchtlingspolitik ist  ein Desaster und eine menschliche Tragödie, dei vermeidbar wäre.  (Foto: Jakob Huber/Campact)

Die EU-Flüchtlingspolitik ist eine menschliche Tragödie, die vermeidbar wäre. (Foto: Jakob Huber/Campact)

Die europäische Flüchtlingspolitik ist ein Desaster. Während die europäischen Binnengrenzen fallen, werden die Außengrenzen undurchlässig. Das kostet immer mehr Flüchtlingen das Leben. Wer es trotzdem bis nach Europa schafft, den erwarten oft ein mangelhaftes Asylverfahren und unzumutbare Lebensbedingungen – auch in Deutschland.

Unzumutbare Unterbringungsmöglichkeiten, fehlende medizinische Versorgung und die bange Frage: „Bleiben dürfen oder nicht?“, setzen den traumatisierten Menschen zusätzlich zu. Die menschenunwürdigen Zustände sind bittere Realität für Flüchtlinge.

„Nicht nur die Gewässer Europas waren und sind für Migranten eine tödliche Gefahr. Wer versucht, ohne Papiere eine Grenze zu überqueren, riskiert den Tod durch Ersticken, Erfrieren, Überhitzung, Verdursten, Verhungern oder auch durch die Explosion von Landminen.“

Cover: Droemer-Knaur Verlag

Cover: Droemer-Knaur

Die Asylexperten Wolfgang Grenz, Julian Lehmann und Stefan Keßler machen deutlich: Europa betreibt eine fehlgeleitete Flüchtlingspolitik, die das Leben und die Rechte der Flüchtlinge aufs Spiel setzt. Die Autoren prangern das Versagen der Politik an. Sie machen klar, wer die Verantwortung zu tragen hat und weisen einen Weg, wie die Asylpraxis humaner gestaltet werden kann.

Stefan Keßler arbeitet als Senior Policy and Advocacy Officer beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst Europa in Brüssel. Über mehrere Jahre hinweg war er Vorstandsmitglied von Amnesty International Deutschland.

Wolfgang Grenz war von 1979 bis 2013 hauptamtlich für Amnesty International tätig, zuletzt als Generalsekretär von Amnesty International Deutschland. Er ist Gründungsmitglied von Pro Asyl und Vorstandsmitglied der UNO-Flüchtlingshilfe.

Julian Lehmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Global Public Policy Institute (GPPi), einem Thinktank in Berlin. Zuvor war er unter anderem für das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen tätig.
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Taschenbuch, Knaur TB
04.05.2015, 208 S.
ISBN: 978-3-426-78745-8
Euro 12,00



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