Redaktion Spreezeitung / 26. April 2015 / Keine Kommentare


Systemkollaps, Broder, Politikverdruss und schpieking inglisch

Der Wunsch nach dem Kollaps unseres Systems, Bilanz unzufriedener Bürger, ein Entwicklungsminister mit Entwicklungsbedarf, raus aus dem ungeliebten Job und Broder auf Integrationskurs - unsere Presseschau der Woche.

Spreezeitung mit der aktuellen Presseschau

Spreezeitung mit der aktuellen Presseschau (Foto: Clipdealer.de)

Der New Yorker Soziologe Richard Sennet spricht Tacheles. In einem ausführlichen Interview in der Berliner Zeitung beklagt der Experte unser System und damit unsere kapitalistische Gesellschaft und Arbeitswelt als entfremdet, unsicher und kurzatmig. Schlimmer noch: Heute könnte er nicht mehr das werden, was er sei.

„Vom modernen Arbeitnehmer wird verlangt, dass er jederzeit alles machen kann, überall. Wir sind gefordert, vollkommen flexibel zu werden. Langfristig erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten, auf die man früher zu Recht stolz war – gleich ob das Handwerk war oder Erfahrung in anderen Bereichen – sind vollkommen entwertet. „

Zum Beitrag: „Ich hoffe auf den Kollaps des Systems

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Der vorherige Beitrag erklärt wohl teilweise auch, warum die deutschen Bundesbürger ihren Politikern miserable Noten geben. Laut einer Umfrage des Nachrichtenmagazins SPIEGEL glauben viele Bundesbürger nicht, dass ihre Probleme ernst genommen werden. Kein Wunder, schließlich sorgen unsere Volksvertreter nicht gerade für Partizipation aller am definitiv vorhandenen Wohlstand. Im Gegenteil: Eine in weiten Teilen verkrustete, unmoderne und Lobby-geprägte Politik sorgt für immer mehr Armut, Unsicherheit und schlechtere Lebensverhältnisse unter der Bevölkerung.

„80 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass ihre gewählten Politiker in der Regel nicht genug tun, um sich über ihre Sorgen und Interessen zu informieren.“

Zum Beitrag: Deutsche fühlen sich von Politik unverstanden

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Ganz ungeplant wurde unser Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zum Comic-Star der Woche. Auf dem Global Citizen Day 2015 in New York hielt er eine Brandrede unter dem Motto: „Let’s Change the World“. Fest steht: In Sachen Englisch besteht noch jede Menge Entwicklungsbedarf.

Gerd Müller in Hochform:

(Quelle: YouTube.com)

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Die ZEIT bietet ein interessantes Interview mit Rob Symington, der eine Jobbörse für Aussteiger gegründet hat. Arbeitgeber inserieren hier spannende Jobs auf der ganzen Welt.

„Das ganze Wirtschaftssystem ist seit der Finanzkrise erschüttert, und wir wissen, wie schnell Menschen ihre vermeintlich sicheren Jobs verlieren können. Außerdem ist der Alltag in großen Firmen frustrierend. Die meisten Leute glauben doch, dass Arbeit eine tiefere Bedeutung hat, und wollen nicht nur arbeiten, um ihre Rechnungen begleichen zu können. Wir müssen nicht die Welt retten, aber die Arbeit sollte erfüllen. Immerhin verbringen wir mehr Zeit damit als mit irgendetwas anderem“.

Zum Beitrag:Ich muss hier raus

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Eigentlich wollte Henryk M. Broder der „Konferenz der Palästinenser in Europa“ nur einen kleinen Besuch abstatten. Am Ende landete das Palästinenser-Tuch auf seinen Schultern und Israel verschwand von der Karte. Lässt sich das alles nur noch „kiffend“ ertragen? Überwältigende Eindrücke vom Ausflug eines publizistischen Integrationsbeauftragten in Berlin.

Quelle. Screenshot YouTube-Video "WELT"

Image: Screenshot YouTube-Video „WELT“

Zum Beitrag: Henryk M. Broder und der Hunde-Eklat

Bis zur nächsten Presseschau,
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