Redaktion Spreezeitung / 15. April 2015 / Keine Kommentare


Ausstellung Conflict, Time, Photography

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert mit der Ausstellung "Conflict, Time, Photography" die vielfältigen Formen der bildnerischen Auseinandersetzung mit kriegerischen Konflikten im Medium der Fotografie.

Fotografien, die im Moment des Geschehens sowie Tage, Monate, Jahre und Jahrzehnte nach dem jeweiligen Ereignis aufgenommen wurden. Fotografen und Künstler wie Don McCullin, Pierre Antony-Thouret, Simon Norfolk, Stephen Shore, Michael Schmidt oder Taryn Simon zeigen Kriegshandlungen und deren Nachwirkungen.

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Don McCullin: Shell Shocked US Marine, Vietnam, Hue, 1968, 2013 (Print)
© Don McCullin, courtesy Hamiltons Gallery, London

 

Die großangelegte Gruppenausstellung will keine Geschichte der Kriegsfotografie oder der Fotografie in Kriegszeiten sein; sie fragt vielmehr nach den Möglichkeiten und Strategien der fotografisch-künstlerischen Bewältigung von Krieg und Gewalt. Gezeigt werden in 13 Räumen rund 130 Werke, insgesamt aber mehr als 800 Exponate aus der Zeit zwischen 1855 bis 2013.

Fotografische Reportagen und künstlerische Arbeiten

Die Ausstellung Conflict, Time, Photography – in Kooperation mit der Tate Modern, London und im Museum Folkwang geöffnet vom 10.04.2015 bis 05.07.2015 – fasziniert durch die überraschende Anordnung ihres Material: Die fotografischen Reportagen und künstlerischen Arbeiten, die Kriegsereignisse und ihre Schauplätze, ihre sichtbaren Folgen und sozialen Nachwirkungen in den Blick nehmen, werden zunächst ausschließlich nach dem zeitlichen Abstand zum Geschehen bemessen und gegliedert: beginnend bei der Augenzeugenschaft der im Frontgebiet anwesenden Fotografen über die Dokumentaristen und Spurensucher des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Erinnerungsarbeiten des 20. und frühen 21. Jahrhunderts, die Jahrzehnte später diese Orte aufsuchen.

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Simon Norfolk: Bullet-scarred apartment building and shops in the Karte Char district of Kabul. This area saw fighting between Hikmetyar and Rabbani and then between Rabbani and the Hazaras, 2003 © Simon Norfolk

 

Eindrucksvoll eingerichtet ist der zentrale Raum Archive of Modern Conflict. Das Londoner Archiv konzipierte aus seinen umfangreichen Sammlungen historischer Fotografien, Objekte, Drucksachen und Manuskripte eine Präsentation, die private Aufnahmen, offizielle Bilder, historische Ausrüstungsgegenstände und weitere Objekte aus den Jahrzehnten des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu einer multimedialen Installation zusammenführt.

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Josef Stoffels: Fotografische Gesellschaft im Kruppschen Bildungsverein bei Trümmer-aufnahmen im zerstörten Essen (Akazienallee), 1946 © Fotoarchiv Ruhr Museum

 

Lokal und regional ansässige Fotografen

Für Essen wird die Ausstellung aus London um eine Sektion erweitert, die der Berichterstattung über das Ruhrgebiet unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist. Lokal und regional ansässige Fotografen wie Willy van Heekern, Ruth Hallensleben und Albert Renger-Patzsch, ebenso wie auswärtige Bildjournalisten, unter anderem René Burri und Margaret Bourke-White, haben damals ihren Blick auf die kriegszerstörten Städte und ihre Bewohner gerichtet. Ihre Aufnahmen lassen nicht nur sehr verschiedene Perspektiven erkennen, sondern auch die unterschiedlichen Zielsetzungen, die mit den fotografischen Bildberichten verbunden waren. Auf der einen Seite der Blick auf die Leiden der Zivilbevölkerung in den zerstörten Städten, auf der anderen Seite eine kritische Bestandsaufnahme der deutschen Gesellschaft, die sich mit den Folgen der NSKriegspolitik konfrontiert sah.

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Luc Delahaye: US Bombing on Taliban Positions, 2001 © Courtesy Luc Delahaye & Galerie Nathalie Obadia, Paris/Bruxelles

 

Beteiligte KünstlerInnen:
Anonym, Jules Andrieu, Pierre Antony-Thouret, Nobuyoshi Araki, George N. Barnard, Margaret Bourke-White, Frank Breuer, Adam Broomberg & Oliver Chanarin, René Burri, Hermann Claasen, Luc Delahaye, Chloe Dewe Mathews, Ken Domon, Matsumoto Eiichi, Hugo Friedrich Engel, Roger Fenton, Toshio Fukada, Jim Goldberg, Ruth Hallensleben, Willy van Heekern, Rudolf Herz, Dieter Hinrichs, Kenji Ishiguro, Kikuji Kawada, János Kender & Harry Shunk, Peter Kleu, An-My Lê, JerzyLewczyński, Emeric Lhuisset, Agata Madejska, Diana Matar, Don McCullin, Susan Meiselas, Angela Milden, Simon Norfolk, João Penalva, Richard Peter, Walid Raad, Jo Ractliffe, Albert Renger-Patzsch, Sophie Ristelhueber, Julian Rosefeldt, August Sander, Hrair Sarkissian; Michael Schmidt, Karl Hugo Schmölz, Ursula Schulz-Dornburg, Indrė Šerpytytė, Stephen Shore, Taryn Simon, Josef Stoffels, Shomei Tomatsu, Hiromi Tsuchida, Nick Waplington, Franz Wiese, Jane & Louise Wilson, Sasaki Yuichiro.

Eine Ausstellung der Tate Modern, London in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang Essen, und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Öffnungszeiten: Di bis So 10 bis 18 Uhr, Do und Fr 10 bis 20 Uhr, Mo geschlossen

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