Redaktion Spreezeitung / 16. Januar 2017 / Keine Kommentare


Generation Erdoğan

Die Bilder gingen um die Welt, der Gezi-Park wurde zum weltweiten Symbol des Aufstandes: Im Frühjahr 2013 protestierten hunderttausende Türken und Türkinnen und forderten mehr Demokratie und den Rücktritt Erdoğans. Doch es kam anders: Im August 2014 wählten 52 Prozent Erdoğan zum Staatspräsidenten. Warum?

Cover. K&S Verlag

Cover. K&S Verlag

Das Land ist gespalten: Die einen sehen in Erdoğan den „Vater der Heimat“, hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung und Stabilität, die anderen fürchten eine Entwicklung hin zum islamistisch-konservativen Staat.

Erdoğan verfolgt seinen Kurs unerbittlich: Medien und Verwaltung werden ideologisch auf Linie gebracht, Kritiker inhaftiert, die Justiz, die politische Opposition und das einst mächtige Militär gedemütigt und ins bedeutungslose Aus abgeschoben.

Erklärungsversuche und Antworten

Cigdem Akyol, Türkei-Korrespondentin für zahlreiche namhafte deutschsprachige Medien, sucht in ihrer Publikation Erklärungen und Antworten und arbeitet Erklärungsversuche heraus. Es seien zwei Welten, die in einem Land aufeinanderprallen. schreibt die Autorin.

„Ein Staat zwischen Ost und West, zwischen Aufbruch und Stagnation. Es ist ein Einzelner, der diese Republik nach seinem Willen umgestaltet hat, und dessen Name schon jetzt in die Geschichtsbücher der Türkei eingegangen ist: Recep Tayyip Erdoğan.

An Selbstbewusstsein, Machthunger und Aufstiegswillen fehlt es ihm nicht, im Gegenteil. Der Präsident regiert mit harter Hand, indem er aggressiv die Grundrechte des Einzelnen beschneidet, Kritiker jagt, eine demokratische Gewaltenteilung als störend betrachtet“.

Wer sich auflehnt, wird eingeschüchtert

Wer sich dagegen auflehnt, werde „angegriffen, entlassen, zwangsversetzt, eingeschüchtert, inhaftiert, öffentlich beschimpft, angeklagt oder abgeschoben“. Getreu der Aussage Erdoğans 2013:

„Die Sprache des Gesetzes bin ich.“

Die Autorin schildert anschaulich die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die Erdoğan den Aufstieg nach ganz oben ermöglichten. Sie beschreibt seinen Werdegang, zeigt auf, wie sich die Türkei unter Erdoğan verändert hat und analysiert die Auswirkungen seines autoritären Politikstils.

Buchvorstellung im März

Cigdem Akyol, die zurzeit als Korrespondentin in Istanbul lebt und arbeitet, stellte im vergangenen März ihr Buch „Generation Erdogan“ (Verlag Kremayr & Scheriau) in Berlin, Hamburg und auf der Leipziger Buchmesse vor (Leseprobe).

Generation Erdogan
208 Seiten, Format 13,5 x 21,5
1. Auflage, Kremayr & Scheriau
22,00 €
ISBN: 978-3-218-00969-0

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