SPZ / up / 10. November 2014 / Keine Kommentare


Shareholder-Modell – In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben wollen. Seit langem ordnen wir uns praktisch bis zur Selbstaufgabe dem Effizienzgedanken unter. Macht das Shareholder-Modell noch Sinn? Der Experte Prof. Peter Kruse mahnt in einem "Klartext"-Video eine kollektive Kraftanstrengung zum Wandel an.

Prof. Dr. Peter Kruse präferiert den Wanel vom Shareholder- zum Stakeholdersystem (Foto: Screenshot YouTube)

Prof. Dr. Peter Kruse präferiert den Wandel vom Shareholder- zum Stakeholder-System
(Foto: Screenshot YouTube)

 

Gesellschafts- und Systemkritik macht nur Sinn, wenn damit gleichzeitig Änderungsprozesse in Gang gesetzt werden. Vielen dämmert, dass es so, wie es seit geraumer Zeit – von Politik und Medien durchaus extrem angetrieben – kaum weitergehen kann. Hat das Shareholder-Modell ausgedient?

Experten, wie etwa Professor Dr. Peter Kruse, zeigen sich davon überzeugt. Kruse ist ein renommierter deutscher Psychologe und Unternehmensberater und lehrt als Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen. Kruse weist darauf hin, dass wir Effizienz komplett in den Mittelpunkt unseres Tuns stellen und hält dies nicht für ein erfolgreiches Zukunftsmodell. Praktisch 50 Prozent haben sich bereits vom derzeitigen Druck-System verabschiedet, erläutert Kruse. Diese Welt mit ihrer ganzen Effizienzgetriebenheit habe mit ihrem Leben kaum noch etwas zu tun.

Shareholder vs. Stakeholder-Modell

Das Shareholdersystem – also das System der schwarzen Zahlen – lasse sich in Hinblick auf eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung nicht aufrecht erhalten. Es müsse ein Paradigmenwechsel hin zum Stakeholder-Modell stattfinden, erläutert Kruse. Das System des „ständigen Drucks“ habe ausgedient und ein Wechsel vom hierarchischen Führungsstil der drei „P`s“ (persönlich, planmäßig, profitgesteuert) hin zu einem Führungsstil der drei „I`s“ (informativ, interaktiv und integrativ) gelingen.

„Das Letze aus dem System herausholen“

Dem Prozedere, „das Letzte aus dem System herausholen“ gibt er damit kaum Überlebenschancen. In einem sehr informativen Klartext-Video (XING-Spielraum) präferiert der Experte den Wandel. Diese so wichtigen Anpassungen und Lösungsansätze an die neue Arbeitswelt weg vom der effizienzgetrieben Produktivitätsdenken könnten jedoch nur kollektiv durchgesetzt werden, resümiert Kruse.

Im Video spricht Kruse auch über seine Erkenntnisse zu Führungsaufgaben der Zukunft und darüber, wie Führungskräfte und Mitarbeiter „Gute Führung“ sehen. Es gehe um einen kollektiven Neubeginn und darum, welche Anforderungen die Generation Y an eine ganz neue Arbeitswelt stellt.

Prof. Dr. Peter Kruse über einen Paradigmenwechsel:

*Prof. Dr. Peter Kruse ist Gründer und Ideengeber von nextpractice, einer methodengestützten, strategischen Unternehmensberatung für die Gestaltung von kulturellen Entwicklungsprozessen bis hin zu Analysen im Bereich der Markt-, Trend- und Gesellschaftsforschung. Seit über 15 Jahre beschäftigt sich Kruse als Wissenschaftler auf der Schnittfläche von Neurophysiologie und Experimentalpsychologie mit der Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken. Sein Fokus liegt auf der Analyse von Veränderungen in Markt und Gesellschaft sowie deren Umsetzung in nachhaltig erfolgreiches unternehmerisches Handeln. Er ist Autor zahlreicher Schriften zur Kognitionspsychologie, zur Theorie dynamischer Systeme, zum Konstruktivismus und zur Managementlehre.



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