Redaktion Spreezeitung / 14. Oktober 2014 / Keine Kommentare


Edward Snowden wird mit Carl von Ossietzky-Medaille ausgezeichnet

Edward Snowden darf sich über eine weitere Ehrung freuen. Nach dem Alternativen Nobelpreis folgt nun die Carl von Ossietzky-Medaille. In diesem Zusammenhang werden auch der Journalist und Autor Glenn Greenwald sowie die Publizistin Laura Poitras mit dieser Medaille ausgezeichnet.

Der Whistleblower Edward Snowden nunmehr auch die Carl von Ossietzky-Medaille. (Foto: Screenshot YouTube)

Der Whistleblower Edward Snowden erhält nunmehr auch die Carl von Ossietzky-Medaille.
(Foto: Screenshot YouTube)


In der Begründung des Kuratoriums heißt es:

„Edward Snowden hat mit seinen historisch einmaligen Enthüllungen die umfangreichste verdachts­unabhängige Überwachung aller Zeiten aufgedeckt. Zusammen mit Snowden werden die von diesem mit der Publikation seiner Erkenntnisse betrauten Laura Poitras und Glenn Greenwald ausgezeichnet. Durch ihre verantwortungsvolle Mitwirkung konnten Snowdens Erkenntnisse erst zur weltweiten Verbreitung gelangen. Die Aufklärung der Weltöffentlichkeit über das ganze Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen, die mit der globalen Massenüberwachung der Geheimdienste verbunden sind, ist daher dem Whistleblower Snowden und den beiden Übermittlern der Inhalte, Poitras und Greenwald, gemeinsam zu verdanken.“

Darüber hinaus erklärt das Kuratorium:

„Die drei Auszuzeichnenden haben mit ihrer sensationellen Pionierarbeit großen Mut bewiesen. Allen Widerständen und absehbaren Gefahren für ihre körperliche Unversehrtheit und individuelle Freiheit zum Trotz haben sie sich entschieden, die Öffentlichkeit über die völker- und menschenrechtswidrige Praxis US-amerikanischer und anderer Geheimdienste aufzuklären; damit konnten sie – ganz im Geiste Carl von Ossietzkys – dem demokratischen Anspruch auf Transparenz zum Durchbruch verhelfen. Mit ihrem beispiellosen Einsatz haben sie sich um Demokratie und Menschenrechte im digitalen Zeitalter verdient gemacht.“

Zugleich mahnt die Liga umfassenden menschen- und völkerrechtlichen Schutz von Whistleblowern vor politischer und strafrechtlicher Verfolgung an und fordert:

„die Gewährung sicheren Asyls für Snowden in der Bundesrepublik Deutschland sowie freies und sicheres Geleit für eine Vernehmung als sachverständiger Zeuge vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags und als Belastungszeuge im Rahmen eines einzuleitenden Strafverfahrens, das u.a. die Liga mit einer Strafanzeige gegen Bundesregierung und Geheimdienst-Verantwortliche seit Monaten in Gang zu setzen versucht.“

Die Carl von Ossietzky- Medaille wird am 14. Dezember 2014 um 11 Uhr in der Urania, Berlin, verliehen. Die Internationale Liga für Menschenrechte arbeitet auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948, der Europäischen Menschenrechtskonvention von 1950 und den beiden UN-Pakten von 1966. Sie betrachtet die Menschenrechte als universell und unteilbar. Ihr Menschenrechtsbegriff umfasst gleichberechtigt die bürgerlich-politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Schutz- und Teilhaberechte – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder politischer Überzeugung.

NDR-Interview – Massenhafte Bürgerrechtsverletzungen



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