Redaktion Spreezeitung / 8. April 2014 / Keine Kommentare


Kritische Daimler Aktionäre verweigern Dieter Zetsche die Entlastung

Trotz guter Zahlen: Kritische Daimler-Aktionäre verweigerten Dieter Zetsche die Entlastung wegen Verbrauchertäuschung bei S-Klasse-Werbung, Billiglöhnen bei Werkverträgen und dem ungebremsten Export von Mercedes-Militärfahrzeugen.

Trotz guter Auftragslage und einer hohen Dividende wollte der Verband der Kritischen Daimler AktionärInnen (KAD) anlässlich der Hauptversammlung des Automobilkonzerns am Mittwoch, den 9. April 2014, in Berlin Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlasten.

„Wer, wie Daimler-Chef Zetsche, ethisches Handeln zum Maßstab erklärt, darf weder die Verbraucher bei der Werbung für die S-Klasse täuschen noch mit Leiharbeit und Werksverträge die Zweiklassengesellschaft zementieren oder gar weiterhin Mercedes-Militärfahrzeuge in Krisen- und Kriegsgebiete liefern“,

erklärte KAD-Sprecher Paul Russmann.

Der KAD hat sieben Gegenanträge gestellt. KAD-Sprecher Holger Rothbauer kritisiert eine im Jahr 2013 bestandene Verbrauchertäuschung im Rahmen der Markteinführung der neuen S-Klasse. Laut Rothbauer bewarb die Daimler AG in zahlreichen bundesweit und regional vertriebenen Zeitungen und Zeitschriften das Premiumprodukt mit fehlerhaften Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Energieeffizienz und CO2-Emissionen. Zugleich fordert Rothbauer den sofortigen Ausstieg aus dem umweltfeindlichen Formel-1-Zirkus.

KAD-Sprecherin Beate Winkler-Pedernera wirft dem Daimler-Vorstand vor, trotz hoher Gewinne Arbeit weiterhin verstärkt fremd zu vergeben. Leiharbeit und insbesondere Werkverträge führten zu Billiglöhnen beim Premiumhersteller Daimler. Winkler-Pedernera fordert daher ein Zurück zu Festanstellungen und damit gleichen Bedingungen für gleiche Arbeit. Darüber hinaus verlangt die KAD-Sprecherin flächendeckend in allen Werken für Frauen sichere Parkzonen zu schaffen. Denn die Erfahrung zeige, dass schalldichte Treppenhäuser und entlegene Parkplätze eine unnötige Bedrohung für Frauen darstellen.

„Daimler-Chef Zetsche soll den ungebremsten Export von Mercedes-Militärfahrzeugen und Actros-Panzertransporten in Krisen-und Kriegsgebiete sofort stoppen2“,

verlangt schließlich KAD-Sprecher Jürgen Grässlin.

„Solange Menschen vor Panzern fliehen müssen, die – wie im Libyen-Krieg – auf Daimler-Transportern ins Kriegsgebiet transportiert werden, geraten die Menschenrechte in der arabischen Welt unter die Räder der Mercedes-Militärfahrzeuge. In diesem Sinne haben die im Grunde lobenswerten Benefizkonzerte der Daimler-Big-Band und des Daimler-Symphonieorchesters zugunsten von Kriegsflüchtlingen einen bitteren Beigeschmack.“

Als Sprecher der ‚Kampagne Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!’ fordert Grässlin den Daimler-Vorstand auf:

„Bleiben Sie nicht auf halbem Weg stehen. Nach dem von uns geforderten und jetzt vollzogenen Ausstieg aus den Daimler-Rüstungsschmieden EADS und Tognum/Rolls-Royce-Power-Systems muss jetzt bei Mercedes Military vollständig auf zivile Fahrzeugproduktion umgestellt werden.“

Headerfoto: Clipdealer.de



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