Redaktion Spreezeitung / 26. Juli 2013 / 1 Kommentar


„What Happiness is“ – Auf der Suche nach dem Glück

Am 13. Juli 2013 waren die Parlamentswahlen in Bhutan – Als Staatsziel ist nach wie vor das GLÜCK für alle festgeschrieben. Harald Friedls hat das Sozialforschungsprojekt zum Bruttonationalglück” Bhutans begleitet. Sein Dokumentarfilm WHAT HAPPINESS IS – Auf der Suche nach dem Glück - kommt am 01. August in die deutschen Kinos.

WHAT HAPPINESS IS
Harald Fridl, Filmemacher, Schriftsteller und Musiker (Fotorechte: Harald Friedl )

Das lange Zeit abgeschottete Land Bhutan will sich der Welt öffnen, ohne dem Materialismus zu erliegen. Es will sich modernisieren, ohne seine Seele zu verkaufen. Maßstab für die Entwicklung ist „Gross National Happiness“, das Brutto-Nationalglück. In einem weltweit einzigartigen Projekt sind Beamte und Beamtinnen des Ministeriums für Glück acht Monate lang unterwegs, um mit dicken Fragebögen das Glück im Land zu ermitteln. Ein Roadmovie zum fernsten aller Ziele, dem Glück. Harald Friedl, Filmemacher, Schriftsteller und Musiker, zeigte 2006 seine dokumentarische Zeitreise „Aus der Zeit“ in den Kinos. Sein neuer Kinofilm „What Happiness Is“ gibt Einblick in ein Land, das Filmaufnahmen bisher weitgehend unzugänglich war.
 
WHAT HAPPINESS IS
Glück ist in BUTHAN Nationalwährung (Fotorechte: Harald Friedl)

1974 ließ der damalige König Jigme Singye Wangchuck zum ersten Mal Touristen in das lange abgeschottete Land. Bis heute kann nicht jeder einreisen. Erst mit Ende des 20. Jahrhunderts kam Fernsehen ins Land. Vor ein paar Jahren folgten Mobiltelefonie und Internet. Hotelkonzerne und Fastfood-Ketten sind bis heute nicht zugelassen, für Plastik gibt es Importbeschränkungen. König Wangchuck wurde 2008 als fünfter „Drachenkönig“ gekrönt und kündigte große Reformen an. Als Staatsziel ist nach wie vor das Glück für alle festgeschrieben. Mittlerweile ist das „Bruttonationalglück“ in der bhutanischen Verfassung fest verankert (Artikel 9, Absatz 2):

„Der Staat bemüht sich, jene Bedingungen zu fördern, die das Streben nach Bruttoinlandsglück ermöglichen“

und stößt auch international auf großes Interesse. 2011 ist in Deutschland eine Enquete-Kommission des Bundestages tätig. In Frankreich denkt die Stiglitz-Kommission über Bruttonationalglück nach.

WHAT HAPPINESS IS
Erhebungen zur Berechnung des Bruttonationalglücks (Fotorechte: Harald Friedl )

Für WHAT HAPPINESS IS erhielt ein Kamerateam erstmals eine langfristige Dreherlaubnis, wodurch der Dokumentarfilm über eines der größten Sozialforschungsprojekte der Welt mit dem Thema Erforschung des Glücks entstand. Dass Beamte und Beamtinnen entsprechender Ministerien hierzulande Monate lang unterwegs sein könnten, um mit Fragebögen das Glück im Land zu ermitteln und die Lebensverhältnisse und Stimmungslagen zu erforschen, ist kaum vorstellbar. In Buthan ist es längst Lebnsrealität und die Erkenntnisse dieser Befragungen beeinflussen und bestimmen dann auch die nächsten Entwicklungen des Landes. Ganz so, wie es in modernen Demokratien weltweit eigentlich ebenfalls selbstverständlich sein sollte.
 
 

WHAT HAPPINESS IS – Ab 1. August in diesen Kinos:

  • Berlin, Babylon
  • Berlin, Kino in der Brotfabrik
  • Berlin, Ladenkino
  • Berlin, Moviemento
  • Bochum, Endstation Kino
  • Bremen, Schauburg
  • Dresden, Casablanca
  • Erfurt, Kinoklub am Hirschlachufer
  • Frankfurt, Orfeo
  • Freiburg, Friedrichsbau Lichtspiele
  • Hannover, Apollo
  • Heilbronn, Universum
  • Kaiserslautern, Union-Studio
  • Köln, Filmhaus Kino
  • Leipzig, Passage Kinos
  • Mannheim, Atlantis
  • Marburg, Capitol
  • München, Monopol
  • Nürnberg, Meisengeige
  • Regensburg, Kinos im Andreasstadel
  • Saarbrücken, camerazwo
  • Saarbrücken, Filmhaus
  • Stuttgart, Delphi
  • Tübingen, Arsenal
  • Würzburg, Central

Alle Fotos: hildebrandt-film.de
Video: YouTube.com



Ein Kommentar zu "„What Happiness is“ – Auf der Suche nach dem Glück"

  1. Frank Hildebrand 26. Juli 2013 at 17:47

    Ich beobachte schon lange was zu beobachten ist, aus diesem Land Bhutan. Ich war schon immer begeistert zu hören welche Strukturen in diesem Land arbeiten und wie es organisiert ist.
    Allein die Wortwahl „Minister- der für den Wald spricht“ oder ähnliches läßt auf eine tiefe Verbundenheit der Bürger zu ihrem Land schließen. Es gab dort oben andere Königreiche, die sich geöffnet haben. Sie sind untergegangen. Ich glaube nicht, daß bei einer Öffnung des Landes das Glück zunimmt. Ich erwarte das Gegenteil. Da Glück immateriell ist und nur bedingt an materiellen Dingen fest zu machen ist, beginnt in Bhutan eine Gradwanderung, die durch den Staat lenkbar scheint aber bei einsetztenden Interessen von außen kaum händelbar ist.
    Der Mensch scheint sein Glück nur finden zu können, wenn er friedlich – versorgt ist, wird, dies selbst bewerkstelligen kann und dabei seiner tiefsten Intension nachgehen kann, zu lernen.
    Dafür benötigen wir eine völlig neue Sicht auf das Leben. Die Kinder bringen diese Sicht mit. Die Gesellschaft, wozu wir alle gehören, nimmt ihnen diese Möglichkeiten schnell wieder. Es bleiben nur wenige übrig, die eine „ganzheitliche Sicht“ bewahren können.
    Wir haben deshalb begonnen einen Hof des Glücks im Spreewald aufzubauen. Der Hof ist voller Menschen, die kommen um zu reden, sich zu informieren über die Dinge, die das Leben mit der Natur im Einklang, lebenswert machen.
    In diesem Sinne möchte ich enden. Dies kann nur eine Meinung sein im Meer des Glücks, das kommt, geht, kommt, geht und wir hoffen auf eine gewisse Balance.
    Frank Hildebrand

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.